Schlechter Start in die 2. Saisonhälfte

Das Schachjahr 2015 hätte besser anfangen können: Obwohl am Wochenende gleich drei Heilbronner Mannschaften im (Außen-)Einsatz waren, blieb die Ausbeute mit einem Mannschaftspünktchen ernüchternd.

Am Samstag trat unsere 1. Jugendmannschaft in der 3. Runde der BW-Jugendliga gegen die bislang punktlosen Göppinger an. Auf dem Papier waren unsere Jungs zwar favorisiert, am Ende des Tages standen jedoch drei Siegen ebensoviele Niederlagen gegenüber, sodass wir nur einen Mannschaftspunkt entführen konnten.

Leider blieb dieses Unentschieden der Höhepunkt des Wochenendes, da am Sonntag überhaupt nichts zusammenlief: Unsere dritte Mannschaft fuhr nur zu sechst nach Schwäbisch Hall, wo der Schaden wenigstens dadurch etwas gemindert wurde, dass die Haller ebenfalls das letzte Brett freiließen. Gegen die mit Abstand stärkste Mannschaft der Liga gab es leider nichts zu holen; Ausrufezeichen setzten Michael Eberhard und Karl-Werner Weißbeck, die gegen ihre 200-300 Punkte stärkeren Gegner remisierten sowie Stefan Gündisch, der den einzigen vollen Punkt holte.

Abgerundet wurde das Wochenende von einer nahezu katastrophalen Vorstellung unserer Ersten bei der 2. Mannschaft der Stuttgarter Schachfreunde. Obwohl wir dem Oberliga-Absteiger eine schlagkräftige Truppe entgegensetzten (ich kann mich nicht erinnern, wann wir das letzte Mal an jedem Brett mindestens 2000 DWZ aufbringen konnten), warfen wir den Gastgebern die Punkte regelrecht hinterher: Eberhard hatte sich bereits nahezu an den Ausgleich herangekämpft, verlor dann aber durch einen taktischen Schlag einen wichtigen Bauern. Enis brachte ein interessantes Bauernopfer, das schließlich zu einer scharfen, aber dynamisch ausgeglichenen Stellung mit Qualität gegen Bauer führte. In der kritischen Stellung schlug dann jedoch die Schachblindheit zu, sodass er den Gewinnzug verwarf und sich kurz darauf dem gegnerischen Figurenspiel ergeben musste – er sollte heute nicht das einzige Opfer dieser Krankheit bleiben…

Einen kurzen Lichtblick gab es, als Simon, der einen heftigen Angriff ausgesetzt war, eine glückliche Stellungswiederholung erreichte. Zu der Zeit war jedoch auch meine Partie längst entschieden: In einem üblen Anfall von Schachblindheit übersah ich, dass Springer auch rückwärts schlagen können und stellte so eine ganze Figur ein. Noch schlimmer traf es Julian, der seinen Gegner sauber überspielt hatte und im Doppelturmendspiel mit zwei Mehrbauern in ein zweizügiges Matt lief. Adam brachte sich ebenfalls um die Früchte seiner Verteidigungsarbeit: Ironischerweise führte ausgerechnet der Versuch, seinem König etwas Luft zu verschaffen, in ein Mattnetz. Nach 3.5 Stunden stand es also 0.5:5.5 und dass es keine richtige Klatsche wurde, haben wir Robin und Jürgen zu verdanken: Jürgen hatte zwar mit unangenehmer gegnerischer Initiative zu kämpfen, konnte sich aber Gegenspiel verschaffen und in ein Endspiel mit Springer gegen schlechten Läufer abwickeln, welches er mit einem hübschen Bauerndurchbruch gewann. Nach 5 Stunden konnte auch Robin sein vorteilhaftes Leichtfigurenendspiel gegen zähe Gegenwehr gewinnen, sodass wir wenigstens 2.5 Brettpunkte mitnehmen konnten.

Viel Zeit zum Wunden lecken bleibt nicht: In zwei Wochen müssen sowohl die Erste als auch die Dritte wieder an die Bretter; nächsten Sonntag empfängt unsere 2. Mannschaft die starken Schwäbisch Haller.

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