Zweite überwintert im Mittelfeld

In einem Duell auf Augenhöhe hatten wir den SK Bebenhausen kurz vor der Niederlage, ließen die Gastgeber aber doch noch ins 4:4 entkommen.

Wir schickten dieselbe Mannschaft wie in Pfullingen ins Rennen (kristallisiert sich da etwa eine „Standard-Auswärtsaufstellung“ heraus?!), die (leichte) Favoritenrolle lag aber diesmal bei unseren Gastgebern. Bebenhausen hat seine Mannschaft etwas verjüngt und einige Oberliga-Routiniers in ihrer Landesligamannschaft gemeldet, allerdings offenbar mit Einsatzgarantie in der Ersten. Gar kein dummer Schachzug, der natürlich die Vorbereitung an den hinteren Brettern erschwert.

Zunächst knallte es aber vorne und das überraschend früh: Ivans Gegner baute auf seinen statischen Vorteil und schien das schwarze Läuferpaar zunächst im Griff zu haben. Irgendwo griff er aber fehl und schon explodierte Ivans Gegenspiel (ich glaube, es war Mark Taimanow, der dazu das Bild der „Sprungfeder“ prägte) und nach nicht einmal 2,5 Stunden brachte Ivan uns in Führung.

Kurz vor der Zeitkontrolle glich Bebenhausen aus, da Daniels Königsangriff nicht rechtzeitig in die Gänge kam. Sein Gegner konnte taktisch das Zentrum öffnen und danach Daniels geschwächte Struktur ausnutzen.

Weiß am Zug fand leider die Kombination, mit der er seinen Bauern mit Vorteil zurückgewinnen konnte.

Ein paar Minuten später konnte ich unsere Führung aber wiederherstellen: Auf Endspielvorteil spekulierend riss ich früh den Königsflügel auf, musste dann aber aufpassen, dass mir das sich öffnende Zentrum nicht zum Verhängnis würde. Als ich den Damentausch erzwingen konnte, war die zugegebenermaßen etwas riskante Strategie aufgegangen und in Zeitnot ließ mein Gegner noch eine nette Taktik zu.

Weiß am Zug gewinnt.

In Colins Partie war trotz heterogener Rochaden nie viel los, auf der offenen d- und e-Linie verschwanden alsbald alle Schwerfiguren und das Leichtfigurenendspiel mit symmetrischer Bauernstruktur mündete kurz nach der Zeitkontrolle ins Remis.

Das gleiche Ergebnis gab es auch bei Tobi, aber hier war mehr für uns drin: Nachdem er im offenen Spanier den weißen Zentrumsdruck abschütteln konnte, war es dank seines Läuferpaars ein Spiel auf zwei Ergebnisse. Aber leider verfolgte er die gewinnbringende Durchbruchsidee zu spät, was seinem Gegner noch eine Verteidigung erlaubte.

Steffen hatte eine optisch gut aussehende Isolanistellung auf dem Brett, in der sein Gegner aber immer alles unter Kontrolle hatte. Naja, fast immer: Eine Ungenauigkeit erlaubte er sich, aber Steffen ließ die Chance auf „Remis plus“ verstreichen. Stattdessen entschied er sich für die schärfere Gangart, die leider objektiv schlechter war und einen Bauern kostete, den sein Gegner dann auch verwertete.

Stand nach 4,5 Stunden Spielzeit also 3:3 und es spielten noch Gunnar und Richard. Am Spitzenbrett hatte Gunnar zwar eine Mehrqualität, sein Gegner dafür jedoch zwei freie Mehrbauern und das praktisch immer unangenehme Springerpaar. Nachdem beide einen Freibauern umwandeln konnten, wurde die Partie noch komplizierter und Gunnar lebte mittlerweile nur noch vom Inkrement. Umso beeindruckender, dass er es 20 Züge lang schaffte, in keine Springergabel zu laufen! Leider war die Stellung für Schwarz doch etwas leichter zu spielen und bald auch objektiv gewonnen. Und schließlich wurde Gunnars Läufer von der schwarzen Dame (!) aufgegabelt.

Stellung nach 48. g8D: Stockfish sagt „= (0.00)“ und wünscht viel Spaß dabei, das richtig zu behandeln…

Damit hing alles an Richard, der durch eine elegante Invasion einen Bauern gewinnen konnte, dieser aber sehr schwer zu verwerten schien. Als er den Bauern zurückgab, schien mir die Partie sogar komplett gekippt zu sein, aber scheinbar hatte Schwarz nur optischen Vorteil. Schließlich fühlte sich Richards Gegner aufgrund seines offeneren Königs zum Damentausch genötigt, wonach das Turmendspiel für Richard wieder klar besser war und Richard dieses nach 90 Zügen und fast 5,5h Spielzeit verwerten konnte.

Mit insgesamt vier Punkten überwintern wir nun relativ bequem auf dem 5. Tabellenplatz und dank des knappen Biberacher Sieges in Pfullingen ist unser Vorsprung auch nochmal angewachsen. Weiter geht es am 21.01. daheim gegen Tabellenführer Schwäbisch Hall, die im Vergleich zur Vorsaison nochmal aufgerüstet haben und offenbar wieder (mindestens?) in die 2. Bundesliga zurückwollen.


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