Taktik aus dem wahren Leben (85)

Das Thema dieser Serie ist die „Taktik des Alltags“, also taktische Situationen, mit denen wir Normalsterbliche in unseren Partien konfrontiert sind. Wer genügend Partien gespielt hat, weiß, dass brillante Opferangriffe leider die Ausnahme bilden; entscheidend ist viel häufiger, die kleinen Chancen, die sich links und rechts am Wegesrand auftun, zu erkennen und zu nutzen.

Alle Beispiele kommen aus dem „wahren Leben“, entstammen also meinen eigenen oder Heilbronner Partien. Manchmal kam die Kombination oder taktische Möglichkeit aufs Brett, manchmal wurde sie jedoch auch übersehen. Die Spanne reicht vom simplen kurzzügigen Bauerngewinn bis zu komplexeren Kombinationen, bei denen klassische Motive eventuell in versteckter oder „verfälschter“ Form auftreten können. Hin und wieder ist auch mal eine „Perle“ dabei, entweder in Form einer Kombination „für die Galerie“ oder als gehaltvolle Stellung mit vielen interessanten Motiven und Möglichkeiten, die naturgemäß zum großen Teil unter der Oberfläche bleiben und erst in der Analyse auftauchen.

Weiß verknüpfte mit 26. Sc3-a4 Angriff (auf die Dame) mit Verteidigung (des kritischen Punktes b2). Es folgte 26… Db5 27. b3 und nun schlug Schwarz mit 27… Txa4 zu. Was ist eure Meinung dazu?


Lösung


Kommentare

Taktik aus dem wahren Leben (85) — 1 Kommentar

  1. Statt 27. … Txa4 hätte Schwarz mit 27. … Sa3 gewinnen können. Noch das kleinste Übel für Weiß wäre wohl 28.Dxb5 Sxc2+ 29.Kb2 T8xb5 30.Kxc2 c4.
    Anstelle von 27.b3 hätte Weiß mit 27.Sc3 eine Zugwiederholung anbieten sollen. In diesem Fall könnte Schwarz mit 27. … Da5 probieren, weiter auf Gewinn zu spielen, doch kann Weiß sich noch zäh verteidigen.
    Nach dem Partiezug erwarte ich 28.Txc4 Txc4 29.Dxc4 Dxc4 30.bxc4 Tb4. Schwarz erobert seinen Bauern auf c4 zurück und hat die bessere Bauernstruktur, doch weil sein schwarzfeldriger Läufer schlecht ist und der sK weit vom a-Freibauern entfernt, gefällt mir Weiß sogar besser.

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