Es gibt wieder Schach-Open – ein Zwischenbericht aus Großenseebach

Diese Woche starteten zwei große Turniere des Schachjahres. Zum einen findet gerade ein kleines
unbedeutendes Turnier in Spaniens Hauptstadt statt bei dem der nächste Verlierer des
Weltmeisterschaftsturniers gegen Magnus Carlsen ermittelt wird. Zum anderen kommt es nach der
Corona Zwangspause zur 31. Auflage des Seebach-Opens.

Für mich eines der schönsten Turniere überhaupt, wenn auch nicht ganz objektiv. So ist mein Jungendverein Veranstalter dieser 7-ründigen Schachperle in Mittelfranken. Grundsätzlich hat es immer wieder mal Heilbronner hier hin verschlagen – spontan fallen mit hier Robert und Severin Bühler ein – und es war auch bereits sehr erfolgreich für einen Heilbronner, wenn auch unter falscher Flagge. Philipp Wenninger wurde 2016 Zweiter und konnte 2017 sowie 2018 das Turnier für sich entscheiden.

Dieses Jahr zeigt der Heilbronner Schachverein, dass Schach in unserem Verein ein Breitensport ist. Mit insgesamt acht Spielern dürfte der HSchV die meisten Spieler im 114 Spieler:innen starken Feld aufbieten. Aber auch in der Spitze sind wir gut vertreten und so ist Enis auf Platz 1 gesetzt. Zwischenzeitlich waren gar drei IMs gemeldet, die jedoch aus verschiedenen Gründen am Ende ihre Teilnahme absagen mussten. Während Enis um den Turniersieg spielt und Kim-Luca ein paar starke Gegner ärgern möchte, geht es für unsere sechs junge Spieler vor allem um Spiel- und Turniererfahrung.
Nach 2,5 Punkten aus den ersten drei Runden im beschleunigten Schweizer System, bekam es Enis in der vierten Runde mit dem erfahrenen Bindlacher FM Gerald Löw zu tun. Ich wage mich nicht die Partie zu analysieren, gerne dürft ihr sie jedoch nachspielen. Die Partie war gefühlt ein dauerhafter Schlagabtausch in dem Enis stets etwas besser stand, der Bindlacher aber immer wieder Nadelstiche setzen konnte. Ab Zug 30 wurde die Zeit beidseitig ein spürbarer Faktor. Bei der ersten Zeitkontrolle konnte sich Enis einen Mehrbauern sichern, musste aber sehr auf das Zusammenspiel der gegnerischen Dame und des Läufers aufpassen. Dieses wurde jäh beendet als in Zug 51 die Damen vom Brett gingen, nachdem Weiß anscheinend ein Schach übersehen hatte. Weiß war geschockt, Schwarz erfreut. Doch kurze Zeit später realisierten beide, dass der weiße König auf einmal sehr zentral war und das Spiel bei weitem noch nicht entschieden…. Die Zeitschlacht ging weiter. Kurze Zeit später bot Weiß im 59. Zug eine dreimalige Stellungswiederholung an. Enis ließ seine Zeit bis auf 15 Sekunden runterlaufen, schnaufte sichtbar aus und gab seinen Mehrbauern zurück, um weiterzuspielen. Aus meiner Sicht einer der Momente bei dem Schach eben mehr ist als „nur“ das Spiel auf dem Brett und psychologisch wohl die entscheidende Situation im Spiel. Enis blieb am Drücker und seinem Gegner unterlief zwölf Züge später der finale Fehler. Eine eindrucksvolle Willensleistung unseres Spielführers die nicht nur zeigt, dass er unbedingt das Turnier gewinnen will, sondern auch, dass er weiter an seiner Skyline arbeitet…

Für die anderen Spieler läuft das Turnier nach vier Runden mehr oder weniger erwartungsgemäß:
Kim Luca musste sich in der ersten Runde Gerald Löw geschlagen geben und siegte hiernach dreimal.
Lukas und Niklas stehen gerade bei 2/4, Calvin und Johannes bei 1,5/4 und Jannis sowie David bei 1/4.


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