Taktik aus dem wahren Leben (60)

Das Thema dieser Serie ist die „Taktik des Alltags“, also taktische Situationen, mit denen wir Normalsterbliche in unseren Partien konfrontiert sind. Wer genügend Partien gespielt hat, weiß, dass brillante Opferangriffe leider die Ausnahme bilden; entscheidend ist viel häufiger, die kleinen Chancen, die sich links und rechts am Wegesrand auftun, zu erkennen und zu nutzen.

Alle Beispiele kommen aus dem „wahren Leben“, entstammen also meinen eigenen oder Heilbronner Partien. Manchmal kam die Kombination oder taktische Möglichkeit aufs Brett, manchmal wurde sie jedoch auch übersehen. Die Spanne reicht vom simplen kurzzügigen Bauerngewinn bis zu komplexeren Kombinationen, bei denen klassische Motive eventuell in versteckter oder „verfälschter“ Form auftreten können. Hin und wieder ist auch mal eine „Perle“ dabei, entweder in Form einer Kombination „für die Galerie“ oder als gehaltvolle Stellung mit vielen interessanten Motiven und Möglichkeiten, die naturgemäß zum großen Teil unter der Oberfläche bleiben und erst in der Analyse auftauchen.

Weiß liegt bereits zwei Bauern hinten und setzte daher gerade mit 20. Taf1 alles auf eine Karte. Zwei Fragen: Was droht Weiß? Wie ist daher der Partiezug 20… Sxa2 zu bewerten?


Lösung


Kommentare

Taktik aus dem wahren Leben (60) — 1 Kommentar

  1. Weiß plant 21.Se6, was nicht nur direkt Matt auf f8 droht, sondern auch noch das Eindringen auf f7 verstärkt. 20. … Sxa2 stellt, selbst wenn der Rechner noch eine trickreiche Rechtfertigung finden sollte (z.B. Mit Tc1), ein komplett unnötiges Risiko dar. 20. … Te8 ist schon besser, weil es die letzte unentwickelte Figur aktiviert, erfordert aber immer noch mehr Rechenarbeit, als ich mit 2 Mehrbauern gewillt bin zu investieren. Am klar besten erscheint mir 20. … Tc6, wonach Weiß gar nichts mehr hat.

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