Schönaicher Schlüsselpositionen

… und die erste gab es gleich zu Beginn des Viertelfinales im Verbandspokal, allerdings im Wortsinne:

Pünktlich um 7 standen nämlich sowohl wir als auch unsere Gastgeber vollzählig vor verschlossenen Türen – gut, dass so etwas nicht nur uns passiert. Dank umgedrehtem Vorzeichen (Auswärts- statt Heimspiel; Freitagabend statt Sonntagmorgen und vor allem schön sonniger Juni statt bitterkaltem Januar!) genossen wir noch etwas die frische Luft, bis wir dann gerade noch rechtzeitig das Spiellokal betreten und die Spiele beginnen konnten.

Schönaich trat im Vergleich zur Vorrunde an zwei Stellen verändert an, indem sie die Verbandsligaachse vorne und hinten mit dem erst 14-jährigen Zweitligisten Kölle sowie einem der Topscorer ihrer Kreisklasse-Meistermannschaft einrahmten. Da wir nur Enis durch (m)eine Reservekraft ersetzen mussten, durften wir wieder einen komfortablen DWZ- und dank Schlüssel auch einen noch komfortableren Zeitvorsprung verwalten. Aber wie es im Pokal so ist, wurde es doch nochmal spannend, womit wir zu den schachlichen Schlüsselpositionen kommen.

Der Auftakt verlief nach Maß: Niko versuchte mit Weiß erst auf gewohnt solide Art, dann durch Vorpreschen seines h-Bauern deutlich unzweideutiger, Druck auszuüben. Robin spielte tatsächlich gegen den selben Gegner wie vor ein paar Wochen. Wie weit die beiden eine damals begonnene Eröffnungsdiskussion fortsetzten, weiß ich nicht; jedenfalls dauerte es nicht lange, bis eine typisch asymmetrische Robin-Stellung auf dem Brett war. Thomas bekam von Moritz Reck den gewohnten Aufbau vorgesetzt und versuchte sich mit den üblichen Methoden Luft zu verschaffen. Ein bisschen weißen Raumvorteil konnte er loswerden, dafür ein paar Schwächen, alles irgendwo im Bereich dynamischer Ausgleich. Mein Gegner investierte in der Eröffnung neben physikalischer auch noch etwas zu viel schachliche Zeit, sprich: Tempi. Ein paar Leichtfigurenpaare mussten zwar dran glauben, aber dank großem Entwicklungsvorsprung konnte ich in der Folge Druck machen:

Kurz darauf endete Thomas‘ Partie friedlich; vielleicht stand er einen Hauch besser, etwas wirklich Greifbares fanden wir in der Analyse aber nicht und ein halber Punkt ist ein halber Punkt näher am Halbfinale. Die Spitzenpaarung bewegte sich nach wie vor im dynamischen Gleichgewicht; Niko drückte am Königsflügel mit h-Bauer, zwei Türmen und – per Fernschaltung von c2 aus – auch mit der Dame, während das gegnerische Gegenspiel weiße Bauernschwächen und den in der Mitte steckengebliebenen König aufs Korn nahm. In beginnender Zeitnot leisteten sich aber beide jeweils einen Fehler:

Der letzte Zug war 29… Td7-f7? und nun übersah Niko leider einen gewinnbringenden Einschlag

Das hätte es also sein können; eine zweite Chance gab es nicht und wenige Züge später war auch hier das Remis amtlich. Wie sich allerdings herausstellte, hatten sowohl Niko (als er mich fragte, ob er Remis anbieten könne) als auch ich (als ich dies bejahte) Robins Stellung etwas zu optimistisch eingeschätzt. Tatsächlich hätte die hochkomplizierte Partie (und damit der Mannschaftskampf!) auch in eine ungünstigere Richtung abbiegen können:

Statt längerer Verteidigungsarbeit also Mattangriff für Robin und Halbfinale für Heilbronn! Wenn der Eintrag im Ergebnisdienst (Stand 16.06., 11:40 Uhr) stimmt, würden wir dann im Juli auf Schwaigern treffen, die scheinbar kampflos gegen den Titelverteidiger Weiler gewonnen haben?! Mal schauen, ob es da noch Entwicklungen gibt…

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