Blitz und Donner, die Heilbronner! Mission „Titel“verteidigung

Zuallererst möchte ich einen Fehler meinerseits wieder ausgleichen. Leider hatte ich vollkommen vergessen, dass neben Christian Biefel auch Simon Degenhard bei der Deutschen Meisterschaft dabei ist und zwar als qualifizierter Teilnehmer in der U14.

Christian spielt bisher nach Erwartung, verlor gegen zwei stärkere Gegner und gewann gegen einen schwächeren Gegner.

Simon hat leider keinen optimalen Start erwischt. Spielte er in den ersten zwei Runden noch innerhalb der Erwartung, so verpasste er es in Runde 3, ein Bauernendspiel durch präzises Spiel zu gewinnen und damit wieder auf Tuchfühlung mit den Spitzenbrettern zu sein. Noch sind aber erst drei Runden gespielt, sodass Simon noch alle Möglichkeiten hat, an die vorderen Bretter zu kommen.

Im Namen des Vereins wünsche ich beiden weiterhin viel Erfolg!

DEM 2015

Beim Krefelder Pfingst-Open sind bereits alle Runden gespielt. Thomas erholte sich von seiner unglücklichen Niederlage und stand mit 4,5/6 sehr gut da. Leider schlug dann das Schweizer System zu und er wurde mit Schwarz gegen den Erstgesetzten GM Felix Levin gepaart. Thomas schlug sich so stark, dass von seinem Gegner die Frage kam, wieso er denn so wenig Elo hätte. Dennoch verlor Thomas nach zwischenzeitlich guter Stellung und beendet das Turnier daher mit 4,5/7. Am Ende stehen sicherlich wichtige Erfahrungen und, wie man Thomas so kennt, spektakuläre sowie lehrreiche Partien zu Buche. Thomas erreichte einen guten 20. Platz unter 124 Teilnehmern.

Schach in Krefeld

Das andere Pfingst-Open in Gernsheim ist ebenfalls am Montag, dem 25.05. zu Ende gegangen. Dazu werde ich etwas ausführlicher berichten.

Wie bereits in diesem Beitrag erklärt, starteten wir bis auf Kim-Luca alle ziemlich gut ins Turnier. Der zweite Tag versprach mit 3 Runden (90 Minuten pro Spieler und Partie) sehr anstrengend zu werden, zudem neigt die Luft im Bürgerhaus von Gernsheim-Allmendfeld dazu, sehr schnell stickig zu werden. Macht man aber die Fenster auf, dann hört man die lauten Kinder auf dem Spielplatz. Doof.

In Runde 3 holten wir vier (Patrick, Marcel, Kim-Luca und ich) allesamt ganze Punkte, obwohl wir uns teilweise schwer taten. Dies hatte das interessante Resultat zur Folge, dass drei Heilbronner mit Weiß an den ersten drei Brettern spielen mussten.

Das "trio infernale"

Das „trio infernale“


Als Erstgesetzter hatte ich einen „Pflichtsieg“ vor mir, während Patrick (gegen Peter Keller) und Marcel (gegen Philipp Risius) als „Underdogs“ antraten. In Spielstärkebereichen von ca. 2000 DWZ sind diese Begriffe aber mit Vorsicht zu genießen. So hatte Marcel gleich in der Eröffnung die Möglichkeit, einen Zentralbauern zu gewinnen und seinen Gegner stark unter Druck zu setzen. Leider ließ er zu, dass sein Gegner sich befreien konnte und kam langsam, aber sicher in ein verlorenes Endspiel.
Ich hatte es mit dem Frankfurter Michael Medvedovski zu tun. Die Eröffnung lief nach Plan und wir erreichten königsindische Strukturen, welche mein Gegner normalerweise nicht spielt. Mit etwas Taktik erreichte ich auch eine klar bessere Stellung – nur um einen Bauern einzustellen. Glücklicherweise blieb die Stellung schwierig und mein Gegner hatte wenig Zeit, sodass ich mit einem blauen Auge und mit einem Sieg davon kam.
Auch bei Patrick lief die Eröffnung wie geplant. Nach ca. 15 Zügen hatte er eine ausgeglichene Stellung erreicht. Leider schlug er mit seiner Dame einen Bauern auf a4 (anstatt mit dem Turm) und ließ zu, dass die schwarzen Läufer auf b4 und d3 seine Stellung dominierten. Patrick konnte die Stellung nicht mehr halten und verlor ebenfalls.
Kim-Luca deutete eine Siegesserie an und bezwang seinen Gegner auf souveräne Weise.

Ein Vertreter der Chess Tigers Bad Soden löste nebenbei bemerkt eines meiner „Probleme“. Ich wusste, dass zwei Niederlagen in Folge als „kurze Rochade“ und drei Niederlagen in Folge als „lange Rochade“ bezeichnet werden konnten. Doch was war mit vier?
„…nicht dass ihr noch einen Audi hinlegt…“
Vier Ringe = vier Nullen hintereinander. Genial!
Der selbe Vertreter lüftete das Geheimnis von Carlsens Erfolg; eine von Carlsens größten Stärken ist seine unglaubliche Ausdauer. Damit steht der Trainingsplan für das Jugendtraining bis zu den Sommerferien fest: 60 Minuten Ausdauerlauf.

Runde 5 sah das Top-Duell Peter Keller gegen mich vor. So vorentscheidend diese Partie gewesen sein mag, so schnell war sie auch wieder vorbei. Nach ca. eineinhalb Stunden einigten wir uns in einer ziemlich…toten Stellung auf ein Remis. Man möge es mir verzeihen, war meine Motivation aufgrund der dritten Runde am Tag und der stickigen Luft im Keller.
Kim-Luca baute seine Siegesserie auf drei Siege aus (und zeigte Patrick nebenbei, wie man gegen diesen speziellen Gegner gewinnt, gegen den sich Patrick in Runde 3 ziemlich schwer getan hatte). Patrick erreichte nach sehr zähem Spiel seines Gegners ein Remis, leider war aufgrund des Spielverlaufs nie wirklich mehr drin. Marcel hingegen zeigte wieder einmal seine „magic skills“ und gewann. Mit 4/5 hatte Marcel daher alle Chancen auf einen Preis.

Für den Sonntag Abend nahmen wir uns dann vor, bei Pizza Hut zu essen, sozusagen als vorauseilende Belohnung für unser gutes Turnier. Leider unterschätzten wir das Störpotenzial der Lilien-Fans (Fans von Darmstadt 98). Darmstadt hatte nämlich gewonnen und stieg damit direkt in die 1. Bundesliga auf. Die Stadt war…komplett zu. Polizeistraßensperre hier, Polizeistraßensperre da. Entnervt saßen wir 30 Minuten im Pizza Hut, ohne bedient zu werden. Da in der Stadt alles zu war, entschieden wir uns dazu, zum anderen Pizza Hut in Darmstadt zu fahren, welcher etwas abseits gelegen war. Gerade angekommen, stellten wir fest, dass jener wegen Umbauarbeiten geschlossen war. Ich fühlte mich ziemlich vom Schicksal hinters Licht geführt…
Letztendlich tankten wir (gezwungenermaßen) beim goldenen, runden „M“ genug Energie für eine gute Vorbereitung, nämlich ein paar Runden Pro Evolution Soccer.

Kim-Luca fand sich leider ziemlich schnell in einer verlorenen Stellung wieder. Er schaffte es nicht, seine Eröffnungsprobleme passend zu lösen. Auch Marcel stand zwischenzeitlich verloren, jedoch machen auch die Gegner Fehler, sodass Marcel mit einem Remis entkam. Patricks Gegner wollte nicht in unsere Vorbereitung reinlaufen und spielte etwas anderes, nur um auch danach schlechter zu stehen. Leider verfiel Patrick der Materialgier, anstatt einen soliden positionellen Vorteil zu halten. Nachdem er zwischenzeitlich sogar eine Figur hätte verlieren müssen, gleichten sich die Fehler am Ende aus und auch diese Partie ging Remis aus.
Wie im letzten Jahr hatte ich 4,5/5 und wie im letzten Jahr wollte mich Philipp Risius aufhalten. Dieses Mal hatte ich Weiß und wie es bei Vorbereitungen so ist, spielen die Gegner etwas ganz anderes. Dennoch kam ich besser aus der Eröffnung und konnte die Partie mit Spiel an zwei Flügeln entscheiden.
Ebenso gewann Peter Keller, sodass es bei 5,5/6 auf ein Buchholz-Fernduell hinauslief.

Die 7. Runde hatte es doch ziemlich in sich, zumindest an den vordersten Brettern. Patrick erreichte schnell ein ausgeglichenes Endspiel, verpasste es, in Vorteil zu kommen und machte gegen den Drittgesetzten Henry Böddeker Remis. Kim-Luca bekam zum zweiten Mal das Zweispringerspiel im Nachzug vorgesetzt, was ihn jedoch nicht daran hinderte, zum zweiten Mal dagegen zu gewinnen.
Bei Marcel und mir war hingegen Einiges los.
Marcel glich nach den ersten paar Zügen schnell und bequem aus. Danach ließ er es aber zu, dass seine Figurenharmonie gestört wurde und er verlor eine Qualität (ein paar Züge davor hätte er stark eine Qualität opfern können…). Sein Gegner Nils Damm gab diese jedoch ohne Not zurück und wickelte in ein verlorenes Turmendspiel ab. Danach häuften sich die Fehler. Zuerst verpasste Marcel den totalen Gewinn, als er einen Turmtausch mit gewonnenem Bauernendspiel (entfernter Freibauer) übersah. Im Gegenzug übersah sein Gegner einen Gewinnweg. Zum Schluss opferte Marcel seinen Turm gegen den letzten weißen Bauern und zwang seinen Gegner, das Gleiche zu machen. Remis.
Mit Martin Neumann bekam ich zum Schluss einen Lokalmatador vorgesetzt. Die Eröffnung ging klar an mich und die Stellung war schon gewonnen, nur war der Weg in die weiße Stellung nicht einfach zu finden. So kam leicht die Nervosität und ich begann, mir die Stellungen von Peter Keller und meiner vorherigen Gegner intensiver anzuschauen. Peters Gegner Marco Rolf schien die Stellung im Griff zu haben. Danach fand ich doch noch einen Gewinnweg. Im Gegenzug verlor Marco Rolf an Brett 2 den Überblick, sodass es wieder auf die Buchholz ankam.

Bei der Siegerehrung machte mir Organisator Maximilian Müller noch etwas Angst:
„…34,0 und 34,5 Buchholz – ich sehe, der Enis guckt komisch…“
…aber glücklicherweise zu Unrecht. Wie letztes Jahr konnte ich das Turnier gewinnen und die 300 € mitnehmen.
Marcel wurde bester Spieler U18 und gewann ein gutes Taktikbuch.

Zum Abschluss schafften wir es doch noch, beim Pizza Hut (in Mannheim) zu essen. Haben wir uns verdient…

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