Abermals ein Sonntag mit doppeltem Erfolg

Damit die Tradition der „Doppelspieltage“ auch in dieser Woche fortgeführt werden konnte, legte ich mein Spiel im Bezirks-Dähne-Pokal auf den heutigen Sonntag. Parallel zu mir spielte die Vierte in Bad Wimpfen.

Wie bei der DVM U10 bestand das Team aus zwei Geschwisterpaaren, dieses Mal waren es neben den Sawadski-Brüdern jedoch die jungen Brüder Max und Jonathan Breitenbach, welche erst vor Kurzem in den Verein eingetreten sind. Das Team gab sich keine Blöße und besiegte die Wimpfener mit 3,5-0,5. Nikolas sorgte für das Remis gegen einen wertungstechnisch stärkeren Gegner, Leonard hatte es durch einen kampflosen Sieg einfach und die beiden Breitenbach-Brüder gewannen beide nach einem Spiel.
Damit klettert die Vierte auf den ersten Platz! Bei zwei ausstehenden Spielen hat es die Vierte selbst in der Hand, in dieser für sich spielenden Liga zum zweiten Mal in Folge den Meistertitel zu holen. Bereits jetzt spricht das Ergebnis für eine eindeutig positive Entwicklung der Jugendlichen.
Alles zur Vierten

Ich selbst bin ja schon seit einiger Zeit aus der Jugend herausgewachsen, dies hält mich allerdings nicht davon ab, mir noch ein paar Ziele zu setzen. Eines dieser Ziele ist, den Dähne-Pokal auf württembergischer Ebene zu gewinnen und damit die Qualifikation zur Deutschen Pokal-Einzelmeisterschaft zu schaffen. Um dieses Ziel zu erreichen, ist es zunächst natürlich notwendig, den Kreis- und Bezirkspokal zu überstehen. Ersteres habe ich geschafft, Letzteres stand heute zum Teil an. Mein Gegner war Heiko Haußmann (DWZ 1907) vom SV Besigheim, im Austausch für das Heimrecht „durfte“ ich Schwarz haben. So ganz alleine, ohne jegliche Fans, spielt es sich nicht ganz so einfach, die Atmosphäre war im Jugendheim fast gespenstisch; es war etwas zu ruhig. Das Spiel verlief auf Basis eines geschlossenen Sizilianers ebenso ruhig, aus welchem ich auf den ersten Blick schlecht herauskam:

Ziemlich gedrückt, oder nicht?

Ziemlich gedrückt, oder nicht?

Wie gesagt, auf den ersten Blick. Weiß hat einen Keil auf e5 etabliert, den starken Läufer auf g7 abtauschen können, während Schwarz mit diesem schlechten Läufer auf d7 verblieben ist. Bei genauerem Betrachten fällt auf, dass die weißen Springer völlig deplaziert sind, ihre Traumfelder auf d6 und f6 praktisch nie erreichen können und Schwarz bereit steht, klassisch sizilianisch am Damenflügel zu expandieren. Zudem ist der weiße Raumvorteil nur dann von Belang, wenn Weiß eine Bauernkette c3-d4 aufbauen kann. Schafft Weiß dies nicht, so steht Schwarz bereit, selbst mit …d4 in das weiße Lager einzumarschieren, wonach ein schwarzer Läufer auf c6 plötzlich eine Granate ist.
Mein Plan ging perfekt auf, Weiß konnte aufgrund der unkoordinierten Figuren nie irgendein Gegenspiel im Zentrum oder am Königsflügel herbeiführen. Die Stellung nach dem 30. Zug von Weiß schrie förmlich nach einer taktischen Lösung:

Der Maestro schlägt wieder zu!

Der Maestro schlägt wieder zu!

Mein 29. Zug war übrigens …Lc6, womit ich den weißen Fehler 30. Tf3? (in Zeitnot) provoziert hatte.
Auch in Sachen Strategie ist der Vergleich zwischen erstem und zweitem Diagramm bezeichnend: die weiße Bauernstruktur ist im Prinzip die gleiche wie vorher, nur Schwarz konnte Fortschritte machen, Raum gewinnen und seine Figurenpositionen verbessern.

Genug des Eigenlobs. Irgendwann steht die 2. KO-Runde an, sollte ich diese überstehen, so ist die Qualifikation für den württembergischen Einzelpokal geschafft.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.