Viel Schach, viel Licht, viel Schatten

Mit insgesamt fünf Mannschaftskämpfen war das letzte Wochenende geradezu rekordverdächtig. Der Großkampftag war dabei der Samstag, an dem gleich vier unserer Teams an die Bretter traten – allerdings erwies sich die Erfolgsspanne als ähnlich breit wie die der beteiligten Generationen.

Den Anfang machte unser Seniorenteam, das in der zentralen Startrunde der Württembergischen Senioren-Mannschaftsmeisterschaft gleich die starken Stuttgarter Schachfreunde zugelost bekam. Während wir inklusive zweier Gastspieler gerade mal acht Senioren gemelden bekommen (gut, dass die WSSM mit Vierermannschaften gespielt wird), könnte Stuttgart mit ihren besten acht Senioren eine Mannschaft zusammenstellen, die in der Verbandsliga konkurrenzfähig wäre. Dementsprechend gab es für uns leider wenig zu holen; mit einem Remis am Spitzenbrett konnte Nikola Vintonjak wenigstens die Höchststrafe verhindern.

Am anderen Ende der Altersspanne und fast am anderen Ende des Bundeslandes bestritt unsere 1. Jugendmannschaft die 2. Runde der BW-Jugendliga bei den SF Sasbach, dem letztjährigen Meister und klaren Ligafavoriten. Auch hier waren uns die Gastgeber an allen Brettern deutlich überlegen; obwohl Kim-Luca und Daniel mit Siegen zwar Ausrufezeichen setzten, blieben beide Mannschaftspunkte in Südbaden.

Zuhause lief es dafür umso besser: In der Bezirksjugendliga empfing unsere 2. Jugendmannschaft die Reserve der SF HN-Biberach und bezwang diese souverän mit 5.5:0.5. Mit nahezu perfekter Ausbeute (11,5 von 12 möglichen Brettpunkten) bedeutet das nach zwei Runden die Tabellenführung; bei noch sieben ausstehenden Runden kann aber noch viel passieren.

Für den Höhepunkt des Wochenendes sorgte unsere Pokalmannschaft: Waren wir bei unseren letzten drei Versuchen, den Unterländer KO-Pokal wieder nach Heilbronn zu holen, zweimal am SC Ingersheim und einmal an uns selber gescheitert, gab uns die Auslosung der 1. Runde erneut die Gelegenheit, uns für die vergangenen Knockouts zu revanchieren. Vor drei Jahren waren wir mit der Aufstellung Blum, Stürmer, Bissbort, Zuferi noch klar mit 1:3 gescheitert; dieses Mal stellten wir ein bisschen anders auf (Stürmer, Zuferi, Blum, Bissbort) und dank eines kampflosen Sieges und des nötigen Quäntchens Glück gelang es uns, das Ingersheim-Trauma endlich zu überwinden.

Das Problem an Höhepunkten ist, dass es danach bergab geht: Am Sonntag empfing unsere Erste in der Oberliga den SK Bebenhausen und wollte nach dem ersten Saisonsieg in Stuttgart am liebsten gleich weiter Punkte gegen den Abstieg sammeln. Leider standen am Ende eines langen Kampfes nur 3.5 Brettpunkte auf der Habenseite – eine vermeidbare Niederlage, zu der noch ein ausführlicherer Bericht folgen wird.


Kommentare

Viel Schach, viel Licht, viel Schatten — 3 Kommentare

  1. Dazu ist noch zu sagen, dass unsere Jugendlichen auch an Brett 1 und 5 auf Gewinn standen (ziemlich klar wie Figur mehr), sie es aber wegen schlechter Zeiteinteilung nicht geschafft haben, die Punkte einzusacken.
    Noch habe ich nicht alle Partien, aber von den Erzählungen kam Sasbach schon ins Schwitzen.

  2. Da Julian sich für den Bericht anscheinend so viel Zeit läßt, wie für seine Eröffnungen, hier mein Kurzüberblick über unsere gesammelten Unfähigkeiten: Jürgen hätte den Bauern auf h6 einfach wegfressen können. Julian hätte anstelle des Turmtausches mit dem B-Bauern durchrennen können. Adam hätte anstelle der Remiesschaukel Sf5 mit a3 Material gewinnen können; der Clou ist, dass nach Lxa3 (Sa6 zur Schadensbegrenzung ist nicht ganz so schlimm) Dd2 sowohl Sf5, als auch b4 droht, was nicht beides pariert werden kann. Ich selbst hab mir meine vermeintlich klar bessere Stellung (bevor ich sie weggeschmißen habe) die ganze Woche lang durch den Kopf gehen lassen, um einen Weg zu finden, den Vorteil zu verwerten – ergebnisslos. Heute hab ich die Engine befragt und tatsächlich ist die Stellung doch nur ausgeglichen – so kann man sich täuschen.
    Nachdem Nicolas schon die Befreiung mit e5 zugelassen hatte, hätte er so mutig sein müssen, sich mit f4 am Königsflügel entgegen zu stemmen; nach Df3 war’s übel.
    Wenn ich im Blitzen versuche, Enis zu provozieren, spielt er immer supersolide. Warum macht er dann im Langschach gegen Bräunings Black-Knight-Tango so einen Quatsch wie Dd4 und Verzicht auf e3? Das simple Ld2 mit Vorteil hätte er gegen mich sofort gezogen.
    Am Ersten Brett waren beide Spieler zu stark, als dass ich mir eine Einschätzung erlaube; Die Engine hingegen ist noch stärker: Nach Ka7 wäre Sd6 sehr unangenehm geworden und nach dem vermeintlichem Hammer Td3 hätte De5 zwar alles gedeckt, aber Dg6! mit der Drohung Db6+ hätte Weiß sogar leichten Vorteil gebracht.

    • Zur Ulrichs Partie:
      Da ich zufällig in dem Moment draufgesehen habe, habe ich Dg6 sofort entdeckt und eigentlich gedacht, dass Georg das ziehen würde…leider macht mich das nicht stärker als die beiden Spieler an Brett 1 😛

      Wirklich provozieren habe ich mich nicht lassen, ich wusste, dass seine Eröffnung schlecht war, ich wusste auch noch, dass 5. h4 stark war, dann habe ich gesehen, dass er niemals e5-e4 durchsetzen kann, ohne Zugeständnisse zu machen, dann habe ich aber leider nicht den Unterschied zwischen Ld2+Dc2 und Dd4+Ld2 gesehen und gedacht „ich steh eh besser, egal, was ich mache“. Daraufhin war es leider auch schon vorbei.

      Die Partien gingen letzten Sonntag rum, Julian meinte dann, dass der Bericht Mitte der Woche kommt, vor pasr Tagen hieß es „Ende der Woche“. Ich warte noch…

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