Kantersieg in Bietigheim

Frühlingssonne in der idyllischen Altstadt Bietigheims

Frühlingssonne in der idyllischen Altstadt Bietigheims


Das Saisonziel Klassenerhalt hatte unsere 2. Mannschaft ja bereits in der letzten Runde abgesichert, sodass wir das heutige Auswärtsspiel in Bietigheim ganz entspannt und ohne Druck angehen konnten.

Die durch den kurzfristigen Ausfall von Christian entstandene Lücke konnten wir glücklicherweise noch am Vorabend schließen, sodass wir fast in Bestbesetzung antraten und uns somit zum zweiten Mal diese Saison die Favoritenrolle zufiel. Anders als gegen Bad Wimpfen gab es heute so gut wie keine Anlaufschwierigkeiten; lediglich Ole kam im frühen Mittelspiel ein Bauer abhanden, dafür konnte Simon einen gewagten Damenausflug seines Gegners ausnutzen: Nach gerade einmal neun Zügen war die Blondine verhaftet und Simon musste nur noch seinen Materialvorteil verwerten.

Für die erste Entscheidung (bzw. Nicht-Entscheidung) sorgte jedoch Anton, dem ein paar Stunden mehr Schlaf letzte Nacht wohl nicht geschadet hätten. Sichtlich müde bot er in ausgeglichener Stellung Remis an, wogegen sein Gegner nichts einzuwenden hatte. Eine Kurzpartie lieferte Patrick ab, bei dem zwar schnell viele Bauern verschwanden, die gegnerischen Figuren aber so verknotet waren, dass Patrick bald eine Figur gewann. Da Simon in der Zwischenzeit seinen Gegner ebenfalls zur Aufgabe gezwungen hatte, konnte Thomas das Remisangebot seines Gegner ohne Bedenken annehmen. Auf der Suche nach Gegenspiel versuchte Ole, die Stellung maximal zu verkomplizieren und fand ein effektvolles, wenngleich objektiv inkorrektes Qualitätsopfer:

Schwarz am Zug: Der Gewinnzug ist wahrlich nicht offensichtlich

Schwarz am Zug: Der Gewinnzug ist wahrlich nicht offensichtlich

Nachdem sein Gegner in der Folge nicht die stärksten Züge wählte, konnte Ole nicht nur seinen Bauern zurückgewinnen, sondern dank Läuferpaar und besserer Bauernstruktur selbst auf Gewinn spielen. Leider ließ er sich die beste Gelegenheit entgehen, sodass die Partie in einem ausgeglichenen Damenendspiel ins Remis mündete.

Generell war für uns heute der „Tag des Läuferpaars“, da außer Ole auch Kim-Luca, Marcel und ich in den Genuss zweier Läufer gegen Läufer und Springer kamen: Während Kim-Luca diesen Vorteil relativ bald zu einem Bauerngewinn nutzen und ins gewonnene Bauernendspiel abwickeln konnte, musste ich mich schon früh wieder von meinem Läuferpaar trennen. Das entstandene Enspiel war zwar objektiv ausgeglichen, aber für mich tendenziell etwas leichter zu spielen, während mein Gegner eher abwarten musste. Nach ein paar Ungenauigkeiten brach seine Stellung dann überraschend schnell auseinander. Als letztes spielte wie immer Marcel, der an einer Stelle sogar das „totale“ Läuferpaar, sprich zwei Läufer gegen zwei Springer, hatte. An der entscheidenden Stelle tauschte er aber wohl den falschen Läufer ab, wonach er zwar einen Bauern gewann, in der Folge aber die Festung seines Gegners trotz langer Bemühungen nicht knacken konnte.

Durch diesen 6:2-Sieg bleiben wir auf dem dritten Tabellenplatz und könnten theoretisch sogar noch zum Zünglein an der Waage im Aufstiegsduell zwischen Ingersheim und Marbach avancieren. In der zentralen Schlussrunde am 24.04. in Bad Wimpfen ist also Spannung garantiert!

Kommentare

Kantersieg in Bietigheim — 6 Kommentare

  1. Let’s go Aufstieg! Wir vertrauen auf Magic Marcel, Stellar Simon und Killer Kim-Luca!
    Auf Marcel ganz besonders, aber wir wollen keinen Druck aufbauen.

  2. Nur damit ich das richtig sehe, falls ihr gegen Ingersheim gewinnt, und Marbach nicht gewinnt, folgt ihr uns in die Verbandsliga nach?

    Im Diagram ist meine erste Idee Se4 mit zumindest am Brett unklaren Verwicklungen. Beim tieferem Reinschauen gefällt mir Dxa4 aber besser; Meine Hauptvariante sieht ungefähr so aus: Txe6, Dd1+, Kf2; Se4+, fxe4; Ld2, Df3, Lxe6 und Schwarz sollte in der Lage sein, den weißen Angriff auszukontern.
    Unter Realen Bedingungen (Also ohne Computersunterstützung) würde ich dies aber auch noch nicht als Gewinnzug bezeichnen.
    Dies läßt mich vermuteten, dass ich den Gewinnzug noch nicht gefunden habe, oder eine Computervariante als „Gewinnzug“ verkauft wird, die unter realen Bedingungen bestenfalls Unklar aber besser ist.

    • Robin, du findest Züge…! Momentan kann ich dir ohne Computerhilfe aus Zeitmangel leider nicht fundiert antworten; aber der „Computer-Gewinnzug“ führt tatsächlich zu einer Stellung, die ich auch als Mensch als „relativ klar“ einschätzen würde: Materialvorteil ohne direkt ersichtliche Gefahr.

      Zur Tabellensituation: Falls Marbach nicht gegen Bad Wimpfen gewinnt, müssen wir Ingersheim „nur“ mit mindestens 5,5:2,5 schlagen… Wer Zeit und Lust hat, kann sich ja mal die Chancen dafür ausrechnen – und dabei berücksichtigen, dass (a) die Ingersheimer auch rechnen können, für den Aufstieg aus eigener Kraft einen Sieg brauchen und daher wohl kaum mit 9-16 antreten werden und (b) Marbach mit einem Sieg theoretische Aufstiegschancen behält und nicht gegen einen sicheren Absteiger spielt, sodass gewisse Traumata wohl eher nicht geweckt werden 😉

      Und bevor wir obige Rechnungen durchführen, bitte ich Euch, am Sonntag erst einmal aus der Verbandsliga zu verschwinden 😉

    • …Se4 wird relativ einfach widerlegt durch fxe4, und wenn darauf …Lxc6 exd5, wird die weiße Batterie auf der Diagonale a1-h8 einfach viel zu stark. Das kann ich einfach so sagen, weil Tobias Peng ebenfalls …Se4 vorgeschlagen hat.
      …Dxa4 ist tatsächlich ok, aber nicht wegen deiner Fortsetzung, nach Txe6 Dd1+ kommt Lf1! und Schwarz kollabiert.

      Am Genauesten ist (wie so oft) die Kombination aller Ideen (das ist aber nicht die Lösung, die Ramin vorsieht!):
      …Dxa4 Txe6 Se4! fxe4 Ld2! – die Pointe. Wenn Schwarz auf Tc6 sofort …Se4 spielt, dann gibt es keinen Druck auf den Läufer auf d4. Es wird folgen: Df2 Lxe6 und Schwarz kann glücklich in die Zukunft blicken, z.B. exf5 Tf8 (oder Dd1+ und danach Tf8) und Schwarz sollte gewinnen.

      Ist aber ehrlich gesagt nicht so klar wie der Computerzug. Ich finde den Computerzug nicht einmal unnatürlich, er ist an sich ja vollkommen logisch, wenn man sich einfach vor Augen führt, wieso Weiß scheinbar Tc6 spielen kann. Und er verlangt auch nicht so viel Rechenarbeit wie …Dxa4.

  3. Hallo,

    viel Erfolg der 1. Mannschaft morgen am Sonntag. Vielleicht schaffe ich es, vorbei zu schauen.

    Es ist schon mutig meine Partien zu veröffentlichen, denn die sind voller Einsteller.
    Immerhin, in der Diagrammstellung „fürchtete“ ich mich am meisten vor Dxa4 und wollte darauf die schon angegebene Variante Txe6 Dd1 und Lf1 spielen (Se4 hatte ich nicht auf dem Schirm)
    Der Computergewinnzug ist ja wohl e5. Darauf wollte ich einfach Dxe5 und auf Te8 dann mit der schwarzen Tante nach d6. Das geht wohl nicht!?
    Die Partie verlief so (wenn ich mich richtig erinnere): … De7 Se5 Lb4 Sxd7 Dxd7 Txe6 (ich hätte die Dame tauschen sollen und anschließend mit meinem Turm die 6. kontrollieren mit Druck auf Ba6) Te8 Txe8 Sxe8 f4 a5? und nun „wollte“ nicht mit Lxd5 gewinnen sondern spielte einen anderen Zug…

    • auf …e5 Dxe5 Te8 Dd6 sollte Schwarz mit …Dxa4 gewinnen, was ein Doppelangriff auf Tc6 und Ld4 (mit Schach!) ist.