Herzschlagfinale zum Abschluss der Landesliga

Anlässlich des 75-jährigen Jubiläums von Schwäbisch Hall fand die gemeinsame Endrunde der Landesliga statt. Spielort war die Kantine der Bausparkasse, Getränke und ein Verpflegungsbuffet rundeten das Ambiente ab.

Endrunde der Landesliga 2011 in Schwäbisch Hall.

Wir hatten mit Schwäbisch Hall 2 den leichtesten Gegner zum Schluss und ein Sieg sollte Standesgemäß sein. Interessant war aber der indirekte Aufstiegskampf zwischen Schwäbisch Hall 1 und Erdmannhausen. Beide waren punktgleich und Hall hatte einen halben Brettpunkt Vorsprung vor dieser Runde. Mit Lauffen hatten sie aber im Vergleich zu Erdmannhausen das schwerere Programm. Diese hatten noch den Vorteil, dass deren Gegner, Bietigheim, nur zu siebt antraten.  Um es vorweg zu nehmen, die letzte Partie des Tages sollte die Entscheidung bringen. Aber vorher zu unserem Auftreten.

  • Brett 1: Philipp spielte Englisch. Es gelang ihm sich zu befreien und hatte gleiches Spiel. Im weiteren Verlauf fand sein Gegner keinen richtigen Plan und das Heft ging an Philipp über, der dann auch die Klinge zum tödlichen Ende weiterführte.
  • Robin spielte wieder seine Spezialeröffnung mit Weiß, aber sein Gegner spielte mit und es gab kein Durchkommen. Nachdem Robin den c-Bauer hergeben müsste, sah es für seinen Gegner gut aus. Robins resultierendes Gegenspiel auf der c-Linie sah optisch gut aus. Doch auch hier fand sein Gegner eine gute Verteidigung und das resultierende Endspiel war für Robin ungünstig und Robin verlor.
  • Jürgen spielte eine ähnliche Variante wie Philipp, und versuchte einen Angriff auf den c-Bauern. Der Vorstoß b5 konnte nichts mehr bringen, da Jürgens Dame einer endlosen Verfolgung durch den Läufer auf a3 und b4 nicht entkommen konnte. Die Partie endete als erste mit einem Remis.
  • Simon hatte wie in der letzten Runde eine Französischpartie auf dem Brett, allerdings mit Weiß. Simon spielte die Variante, wo er nicht den Zentrumsbauer d4 mit c3 verteidigte, sondern die Variante b3, gefolgt von c4. nach Abtausch der Bauern öffnete sich die d-Linie und es sah alles nach Remis aus. Doch dann stellte Schwarz bei seinem Bedürfnis, Figuren zu tauschen die Qualität ein. Das Endspiel dauerte noch etliche Züge, doch Simon brachte locker den Punkt heim.
  • Ich hatte es mit Stonewall zu tun, das bedeutet elendiges Mauern. Ich versuchte mal was Neues und spielte einen Gegenstonewall. Das gab nun ein langwieriges Herumschieben der Figuren auf beiden Seiten, um die Figuren optimal zu platzieren, bevor man einen Durchbruch anbringen konnte. Ich war als Erster zu ungeduldig und tauschte verfrüht die Damen. Es gab ein Endspiel, wo ich ganz leichte Vorteile hatte, vergab diesen wieder. Nachdem auch die Leichtfiguren vom Brett verschwanden, hatte ich ein Endspiel, wo ich einen Bauern gewinnen konnte. Doch statt nun den Bauern zu geben und seinen eigenen Bauern laufen zu lassen, machte mein Gegner den letzten Fehler und gab die Partie nach Verlust seines Zentralbauerns auf:

  • Julians Partie verlief über lange Zeit ausgeglichen. Und wenn Julian mal keinen Bauern aufgrund obskurser Opfervarianten weniger hat, verbraucht er viel Zeit. Er und sein Gegner gerieten in Zeitnot und hier hatte Julian gemäß eigener Aussage Glück, dass sein Gegner nicht die stärkste Fortsetzung fand. So kam Julian zu Vorteil und gewann die Partie.
  • Michael hatte aus der Eröffnung leichte Vorteile und im Mittelspiel sogar eine gute Stellung. Doch wie einmal so oft in der Saison, glitt Michael das Spiel Schritt für Schritt aus der Hand. Es dauerte noch sehr lange, es war die letzte laufende Partie auf unserer Seite, bis Michael aufgeben musste, aber das war schon einige Züge vorher abzusehen. Das war die zweite Verlustpartie auf unserer Seite.
  • Reiner, als Ersatzmann verpflichtet, spielte ein ruhiges, solides Spiel. Am Damenflügel schaffte er als Weißer den Durchbruch. Schwarz hatte kein Gegenspiel am Königsflügel und die schlechtere Stellung, folglich verlor er.

Damit hatten wir den letzten Kampf mit 5,5:2,5 gewonnen. Mittlerweile konzentrierte sich das Spielgeschehen nur noch auf die laufenden Bretter zwischen Lauffen und Hall. Erdmannhausen hatte 6,5:1,5 gewonnen und konnte nur zuschauen. Es liefen noch 4 Begegnungen, an 2 Brettern gab es leichte Vorteile der Lauffener, an den anderen welche von Hall. Doch ein  Brett nach dem anderen ging für Lauffen verloren und das letzte Brett musste die Entscheidung bringen. Doch hier zeigte sich Caissa auf der Seite der Haller und so hieß es nach langem Kampf auch für Hall 6;5:1,5. Das reichte dann mit einem halben Brettpunkt mehr zum Aufstieg.

Herzlichen Glückwunsch an Hall für den Aufstieg und für das Jubiläum.

Kommentare

Herzschlagfinale zum Abschluss der Landesliga — 3 Kommentare

  1. Was Simon da auf dem Brett hatte, heißt Caro Kann. Es unterscheidet sich von Französisch dadurch, dass Schwarz seinen weißfeldrigen Läufer vor der Bauernkette hat, dafür aber einige Tempi investieren muß. Simon war so vernünftig, zu der von mir empfohlenen Bekämpfungsmethode zurückzukehren, nachdem er mit der Anand-Methode wenig Erfolg hatte (Auch wenn diese objektiv besser sein sollte (und keine bloße Modeerscheinung), verstehen weder Simon noch ich ihre Nuancen; meine Methode hingegen ist schlicht und einfach unangenehm für Schwarz.).
    Den Krampf, den Ich auf dem Brett hatte, spiel ich nicht mehr; laut den Büchern darf Schwarz den C-Bauern nicht fressen, weil Weiß dann starken Angriff am Königsflügel mit De1-g3 kriegt. Aber dieser Scheinangriff war völlig harmlos. Entweder ich kapier die Stellung vorne und hinten nicht, oder die Bücher lügen. Das Endspiel war lange Zeit ausgeglichen, aber ich hab halt das Risiko maximiert.
    Julian stand eigentlich lange Zeit (von c4 an) leicht besser. Falls ich mir mal die Zeit nehm, schreib ich was über unnötige Zeitnot.
    Dass Laufen zwei klar bessere Partien noch verlor, war schon etwas seltsam, aber vielleicht ist das einfach die Überlegenheit des Stärkeren oder das Glück des Tüchtigen.