Heilbronner schwitzend am Brett

Im Folgenden werden die Ergebnisse unserer Teilnehmer bei Turnieren in den vergangenen zwei Wochen erwähnt. Neben offenen Turnieren standen noch in den Jugendligen zwei (wegweisende) Spiele an.

Württembergische Schnellschachmeisterschaft (05.06.2016 in Horb)

Nachdem 2014 noch zwei Teilnehmer unseres Vereins (+ den damals noch bei Hall spielenden Nikolas Pogan) bei der WSSM angetreten sind, war es 2015 keiner, da uns, wie bereits hier erwähnt, der Preissupport nicht gut genug war und das Turnier folglich nicht attraktiv genug war. Dieses Jahr macht sich ein einzelner Teilnehmer auf den weiten Weg nach Horb, namentlich Simon Degenhard. Unser Jugendspieler und amtierender württembergischer Jugendmeister schlug sich dabei wacker und überschritt mit einem soliden Ergebnis von 5/9 Punkten die wichtige 50%-Marke. In der Jugendwertung landete er aufgrund der Buchholzwertung hinter Patrick Seitz (SR Heuberg-Gosheim), aber vor Tobias Kölle (SF Kornwestheim), alle jeweils 5 Punkte.
Das Turnier gewann FM Mark Kvetny (Stuttgarter SF) vor IM Tobias Hirneise (SF Deizisau) und Branimir Vujic (SC Böblingen).

Bericht auf der SVW-Homepage.

BW-Liga und Bezirksjugendliga Unterland (11.06.2016)

Unter schlechten Sternen mussten beide Jugendmannschaften zu ihren jeweiligen Aufgaben nach Tübingen (SK Bebenhausen) bzw. Neckarsulm reisen. Mit Simon Degenhard und Kim-Luca Lahouel fielen aufgrund einer schulischen Pflichtveranstaltung zwei Säulen der 1. Jugendmannschaft aus. Dementsprechend mussten aus der Zweiten wiederum Anton Wunder, Jonas Dudt und Maximilian Breitenbach abgezogen werden. Dies hatte zumindest den positiven Nebeneffekt, dass Youngster Simon Klein zu seinem ersten Einsatz kam.

Leider spielte Simon wieder etwas zu schnell und verlor dementsprechend schnell gegen seinen eindeutig erfahreneren Gegner. Das änderte nichts daran, dass das Team die ebenfalls ersatzgeschwächten Neckarsulmer konstant unter Kontrolle hatten. Zwar gab es, wie für dieses Niveau üblich, Einiges an Hin und Her an einzelnen Brettern, letztendlich siegten die Jungs mit einem verdienten 5:1 und behaupteten die Tabellenspitze. Im 3. Spiel das dritte 5:1 – die Zeichen stehen bis jetzt klar auf „Aufstieg in die Verbandsjugendliga“.

Zweite Jugendmannschaft.

Es ist noch nicht so lange her, dass der SK Bebenhausen im Jugendbereich einer der dominierenden Namen war, was alleine durch die zahlreichen Siege bei Deutschen Vereinsmeisterschaften der Altersklasse U16 und U20 belegt wird. So furchteinflößend ist der Name aber nicht mehr, neben dem Wegfall des starken 1994er-Jahrgangs um Ulrich Zimmermann und Georg Braun verließen auch die jüngeren Spieler aus diversen Gründen die Mannschaft – zum Beispiel studiert Philipp Kaulich im hohen Norden, während Danijel Gibicar den Verein Richtung Eppingen verließ (und von da aus die BW-Liga unsicher macht). Folglich fiel mit einem Schlag praktisch das ganze Team auseinander, was zusammen mit dem Erstarken der badischen Teams bedeutet, dass Bebenhausen vom Meister- zum Abstiegskandidat geworden ist.

Wie bereits erwähnt, war unser Team insgesamt nur leichter Favorit, da bei uns wichtige Spieler fehlten. Es mag sein, dass die DWZ bei uns höher war, aber im Falle einiger Spieler und gerade im Jugendbereich ist dieses Leistungsmaß mit Vorsicht zu genießen. Zu den vermeintlichen Überraschungen an den mittleren und hinteren Brettern gesellten sich dann am umso wichtiger gewordenen Brett 1 unnötige Fehler. Insgesamt wurde dieses immens wichtige Spiel für die Qualifikation mit 2,5-3,5 verloren – während wir letzte Saison noch mit 5,5-0,5 gewannen. Einer der Unterschiede zu letzter Saison ist wohl, dass Dmitry Ignatov noch an Brett 6 spielen durfte, während er am Samstag aufgrund der zahlreichen Absagen an Brett 3 antreten musste.

Dennoch sollte man keine Ausreden suchen, denn die Chancen wurden selbst aus der Hand gegeben. Realistisch betrachtet gibt es keine Chance mehr, zum 12. Jahr in Folge die Qualifikation zur DVM zu schaffen. Bei drei Mannschaftspunkten Rückstand auf den Drittplatzierten Karlsruhe und zwei ausstehenden Spielen scheint das Ding gelaufen zu sein. Zwar steht das direkte Duell gegen Karlsruhe noch aus, aber das ändert nichts daran, dass der Viertplatzierte aus Baden-Baden zwei Punkte Vorsprung hat, ohne dass noch ein direktes Duell aussteht.
Zudem ist nicht garantiert, dass es überhaupt drei Qualifikationsplätze geben wird, da das Abschneiden der baden-württembergischen Teilnehmer 2015 eher mäßig war…

1. Jugendmannschaft.

Um noch einmal auf das Erstarken der badischen Teams zu sprechen zu kommen: Diese Saison spielen zum ersten Mal seit 2009/2010 wieder vier badische Teams in der Liga und sie belegen allesamt mit Abstand die Plätze 1-4. Somit werden wohl wie 2014/15 zwei württembergische Teams absteigen – und damit zum ersten Mal überhaupt mehr badische als württembergische Teams vertreten sein.
Dies sollte von der Württembergischen Schachjugend als weiteres Warnsignal aufgenommen werden. Mittelfristig wird der Plan wohl kaum sein, dass die BW-Liga mit sieben badischen und einem württembergischen Team stattfindet.

Kirchweih-Mannschaftsblitzturnier in Bechhofen (12.06.2016)

Älteren Vereinsmitgliedern ist der SC Bechhofen noch von gemeinsamen Maßnahmen zur Förderung des Schachsports bekannt, genau genommen gab es in der Vergangenheit Freundschaftswettkämpfe mit den Bayern aus dem Kreis Ansbach. Zumindest kann ich mich an einen Kampf erinnern, ob es mehr gab, dazu muss Saygun gefragt werden…

Jedenfalls kam unserem Exilant Philipp Wenninger die Idee, doch mal bei dem 4er-Mannschaftsblitzturnier der Bechhöfer mitzuspielen. Gesagt, getan! Mit Nikolas Pogan, Thomas Tschlatscher und mir sowie Philipp boten wir damit fast das Beste auf, was der Verein zu bieten hat.
Nachdem wir nach knapp einer Stunde Fahrzeit „wieder“ in Heilbronn angekommen waren (leider verpassten wir es, am Ortseingangsschild ein Foto von uns zu machen), mussten wir nicht mehr so viel überstehen, um endlich in Bechhofen anzukommen. Dort klärte uns Philipp auf, dass unser Hauptkonkurrent der SC Noris Tarrasch Nürnberg sei, welcher mit 3 FMs angereist war (aber trotzdem einen etwas niedrigeren Eloschnitt hatte). Dafür hatten wir FM Pogan! Wir spielten in der Reihenfolge Philipp, ich, Niko und Thomas.
Es wurde bei 11 Mannschaften doppelrundig gespielt, wobei die Besonderheit war, dass nach der ersten Begegnung gegen ein Team gleich die zweite Begegnung ausgespielt wurde. Welches System jetzt besser ist, will ich nicht diskutieren, auf jeden Fall ging es zügig voran und wir waren inklusive einer Mittagspause von 45 Minuten gegen 17 Uhr fertig, mit Siegerehrung. Nach Turnierstart gegen 10:15 Uhr freuten wir uns erstmal über ein „spielfrei“, sodass Niko gleich die Möglichkeit nutzte, beim örtlichen Bäcker sein Frühstück nachzuholen. Danach schlitterten wir mühelos zu ein paar 4-0, bis die erste harte Aufgabe anstand, in Form von den SF Bad Mergentheim (welche sich liebevoll „Mergentschwein“ nannten). Da ich einzügig einen Turm einstellte, gaben wir in der Hinrunde ein 2-2 ab. In der Rückrunde fingen wir uns wieder etwas und setzten uns mit etwas Glück durch. Erwähnenswert ist zumindest, dass Philipp bis dahin alle Partien auf Zeit gewonnen hatte…
Im Duell mit dem Fast-Namensvetter SC Heilsbronn gab es dann einen weiteren Dämpfer. So gewannen wir dann die Hinrunde 3-1 (ich übersah in klar besserer Stellung ein Matt in 1; allgemein passierten mir als Fehler nur einzügige Einsteller, was schon traurig genug ist), in der Rückrunde bekamen wir dann noch direkt vor der Mittagspause ein 1,5-2,5 eingeschenkt, was uns sehr unter Druck setzte, weil wir somit gegen Noris Tarrasch fast schon beide Spiele gewinnen mussten.

Nach einer Stärkung durch ein paar Schnitzel und Gyros durften wir auch direkt gegen die Nürnberger ran. Philipps Rat, dass ich nicht so viel rumpatzen sollte, da das Team mich noch braucht, nahm ich mir zu Herzen und so drehte ich das Spiel nach einem einzügigen Bauerneinsteller (…) gegen einen FM noch komplett, um dem Team einen 3-1-Sieg zu geben. Mein Gegner gönnte sich zwar eine Revanche, dafür gewannen Philipp und Thomas wieder und wir gewannen wieder 3-1. Voll auf Titelkurs!

In der Folge ließen wir uns auch nicht mehr stoppen. In der letzten Runde gaben wir gegen Schwarz-Weiß Nürnberg Süd (ebenfalls ein respektabler Eloschnitt) noch ein 2-2 in der Hinrunde ab (3-1 für uns in der Rückrunde), das uns aber nicht mehr groß störte, denn auch unsere Verfolger Noris Tarrasch und Mergentschwein (beide am Ende 31-9 Punkte) ließen noch Punkte liegen. Mit 36-4 Mannschaftspunkten wurden wir bei der ersten Teilnahme überlegen Sieger, zudem dominierten wir noch bei den Brettwertungen. Herausragend war dabei Niko, der mit 17,5 Punkten aus 20 Runden alles in den Schatten stellte und die „Gesamtwertung“ aller Einzelspieler gewann. Für unsere Dominanz sprach auch, dass Philipp und Thomas in dieser Gesamtwertung auf den Plätzen 2 und 3 (beide jeweils 16,5 Punkte) landeten. Meine Bilanz mit 14,5 Punkten war nicht ganz so überragend, aber reichte für den 2. Platz in der Wertung für den Brettpreis am zweiten Brett.

So gewannen wir insgesamt 100 €, aber die wirklich wichtigen Preise (für unsere Leistung als Einzelspieler) stellen wir auf folgendem Bild zur Schau:

Sieg!

Sieg!

Von links nach rechts: irgendein französischer Wein, „Fürst Uranov“-Wodka, Wodka „Gorbatschow“ und ein wunderbarer italienischer „Grappa“.

Alle Tabellen und bald auch Bilder findet man hier (dort sieht man auch, dass Philipp das Schnellschachturnier in Bechhofen am 11.06. mit 7 aus 7 gewann!):
Schachwochenende in Bechhofen.

Der einzige Wermutstropfen ist, dass wir mit so einem Team nicht bei der württembergischen Mannschaftsblitzmeisterschaft teilnehmen könnten, da Philipp keine aktive Spielberechtigung für uns hat…


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