Harter Kampf und Spannung bis zum Schluss

Die 2. Mannschaft hatte am letzten Sonntag ihr 2. Spiel in der Verbandsliga Nord. Sie spielte meines Wissens zum ersten Mal gegen die erste Mannschaft von Sontheim an der Brenz. Es ist echt verrückt. Das wir mittlerweile uns das Recht erspielt haben, dass zwei Mannschaften so weit oben spielen dürfen.

Aber nun fang ich mal an über das Spiel zu berichten. Am Sonntag trudelten alle rechtzeitig ein und Marcel, Bifi und Robin halfen mir auch beim Aufbauen der Bretter. Bei Sontheim fehlte der Starke Edwin Riefner und an 8. rückte Dieter Frühsorger nach. Wir konnten auch nicht in Vollbesetzung antreten, da Kim-Luca und Ramin leider verhindert waren. Nur Robin und ich hatten nominell schwächere Gegner.  An den restlichen Brettern war es etwa ausgeglichen. Die Aufstellung versprach daher schon mal ein spannendes Match. Jürgen wählte wie gewohnt mit Schwarz seinen damenindischen Aufbau. Es entwickelte sich sehr ruhig. Er öffnete im Mittelspiel die e- und d-Linie im Zentrum und er tauschte die Damen ab. Und danach entstand ein ausgeglichenes Endspiel, in dem sie sich auf Remis einigten. Marcel spielte mit Weiß gegen eine Alt-Benoni-Verteidigung. Es kam von Schwarz früh Da5 mit der Fesselung des weißen Springers. Es ist komisch, was Marcel da fabriziert hat. Er spielt kein c4, sondern gleich Sc3 und dann auf Da5 die Dame gleich auf d3. Ld2 oder e3 sehen viel besser aus. Ich verstehe Dd3 schon. Es verhindert b5 und es ermöglicht im nächsten Zug sofort e4. Die Dame steht da irgendwie im weg rum und blockiert den Läufer. Der Gegner opferte den b5 Bauern, das gewollte Gegenspiel blieb aber aus. Stattdessen bekam Marcel die Möglichkeit die Bauern e7 und d6 mit der Dame zu fressen, da der Gegner übersehen hat, dass nach Lf5, der Läufer nach g4 nur nach d7 zurückkann. Ab da steht Marcel schon deutlich besser. Schwarz hat ein bisschen Gegenspiel. Weiß muss irgendwie dagegenhalten, seine Figuren koordinieren und seine 2 Mehrfreibauern vorschieben. Marcel fand am Brett keine gute Erwiderung und er nahm deshalb das Remisangebot seines Gegners an. Damit stand es 1:1.

Die nächste Entscheidung gab es bei Bifi.  Er spielte mit Schwarz gegen Englisch. Die Entwicklung auf beiden Seiten sah erstmal normal aus. Bifi stellte seine Dame aber unglücklich in eine halboffene Linie. Hinter dem weißen Bauern lauerte auch schon ein weißer Turm. Seinem Gegner gelang es die Linie zu öffnen und er bekam dadurch die Initiative im Zentrum. Der weiße koordinierte seine Figuren geschickt und setzte ihn unter Druck. Bifi verlor erst die Dame gegen einen Turm und anschließend auch die Partie. Ich spielte gegen die Halbslawische Verteidigung und wählte dabei ein positionelles Abspiel. Nach und nach stellte ich meine Figuren zurecht und wartete auf den richtigen Zeitpunkt ab, um e4 zu spielen. Anschließend führten wir beide noch die Entwicklung zu Ende. Aber dann unterlief ihm ein fataler Fehler, er spielte seine Dame in die halboffene d-Linie. Dies konnte ich taktisch ausnutzen.


Ich spielte hier nach Dd7 den Springer nach e5 und griff die Dame an. In der obigen Stellung ist nun gleichzeitig die Dame angegriffen und es wurde auch die Deckung des schwarzen Springers auf f4 unterbrochen. Der Läufer konnte auch nicht auf e5 nehmen, da sonst der Bauer einfach auf d4 zurückschlägt und anschließend hängen trotzdem zwei Figuren auf f6 und f4. Mein Gegner wählte eine andere Fortsetzung, er nahm auf d4. Aber nach Sf3 ist die Dame angegriffen und es droht der Abzug mit dem Läufer. Es kam Sxh3 gxh3. Es folgte De5 und ich zog mit dem Läufer nach h6 ab. Daraufhin kam Dxf3 und nach Le2 hat die Dame kein Feld mehr. Sie opferte sich auf g3 und ich konnte die Partie daraufhin bald gewinnen. Damit sicherte ich das 2:2.

Robin bekam mit Kevin Walter einen harten Brocken als Gegner vorgesetzt. Es lief auf Sizilianisch hinaus, wo Robin früh b6 und Lb7 spielte. Für Schwarz war es sehr schwer sich aufzubauen, da c4 und e4 einige Felder im Zentrum kontrollierten. Robin konnte trotzdem lange mithalten, aber er verlor in einer sehr komplexen Stellung den Überblick. Und aus dem Nichts verlor er eine Qualität. Die Partie ging noch ein paar Züge, aber Kevin konnte in ein gewonnenes Endspiel abwickeln und in der Folge gab Robin auf. Unser Youngster Severin spielte gegen einen Drachen (Sizilianisch). Er ließ sich nach Sg4 nicht verunsichern und nahm diesen mit der Dame raus. Im Gegenzug bekam sein Gegner den Springer auf d4. Sevi spielte einfach und solide wieder Dd1. In der Folge entwickelten sich beide weiter. Schwarz spielte statt d6, sehr früh f5, das war natürlich nicht gut. Das gibt Weiß zu viel Spiel, da Schwarz seine Entwicklung noch nicht abgeschlossen hat. In der Folge stellte Schwarz auch noch eine Qualität für einen Bauern ein. Sevi machte es, danach nochmal spannend, da er noch eine Figur einstellte. Aber er schafft es noch seinen Turm zu aktivieren und mit seiner Dame Matt zu drohen. Der Gegner sah keinen anderen Ausweg mehr als die Figur zurück zu opfern. Das war unser Glück! Ab da schob Sevi das souverän nach Hause! Und es stand plötzlich 3:3.

Also alles noch offen. Es liefen nur noch die Partien von Cheffe und vom neuem Chef Jul. Cheffe bekam das abgelehnte Damengambit aufs Brett. Es tauschten sich früh die c- und d-Bauer ab. Daraufhin erhielt Cheffe ein Vorposten auf d5. Das Spiel drehte sich erstmal nur im Zentrum. In der Folge gelang es Cheffe seinen f-Bauern bis nach f6 durchzudrücken. Das bot nette Mattdrohungen mit Dh6. Leider übersah Cheffe bei einem Zug einen Konter. Das kostete ihm einen Bauern und leider auch die Partie. Also hing alles an Julian seiner Partie. Der Chef muss es selbst richten. Julian spielte mit Schwarz Sizilianisch. Er entwickelte sich und blieb mit dem König in der Mitte. Im weiteren Verlauf der Partie schob er seinen h-Bauern bis auf h3 vor. Aber sein Gegner spielte daraufhin g4 und legte die beiden h-bauern fest. Das hieß leider, dass die h-Linie nun dadurch geschlossen blieb und das Gegenspiel verpuffte.  Sein Gegner schätzte dies, aber nicht so ein und schnappte sich den vergifteten Bauern auf der h-Linie. Daraufhin wendete sich das Blatt und Julian bekam Gegenspiel. Zeitlich machte es Julian natürlich wieder spannend. Ohne Druck und ohne Zeitnot kann er einfach nicht Schachspielen. Diesmal ging es gut aus. Er aktivierte Dame und Turm und räumte bei seinem Gegner einiges ab. Daraufhin gab er auch schnell auf und es stand 4:4.

Dafür gab es für uns auch noch einen weiteren Mannschaftspunkt. Damit stehen wir nach dem 2.Spieltag mit 3 Punkten jetzt auf Platz 4. Aber für den Klassenerhalt benötigen wir mindestens noch 2 Siege. Wir müssen nächstes Mal wieder neu und konzentriert angreifen. Am 20.Oktober geht es weiter und wir spielen gegen die 2.Mannschaft der Stuttgarter Schachfreunde in Stuttgart.


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