Gehen wir schon Baden(-), Baden wir richtig

Am Wochenende war nicht alles munter Sonnenschein, wie Simon Degenhard zu berichten weiß:

An einem munteren Samstagmorgen machte sich unsere junge Truppe auf nach Baden- Baden zu ihrem fünften Saisonspiel in der Jugendbundesliga (ehemals BW-Liga). Dort hatten wir seit der Ära Zuferi nicht mehr gegen Baden-Baden gewonnen – oder liegt ein Sieg sogar noch später zurück? Dieses Mal war uns ein Sieg leider auch nicht vergönnt, und das lag nicht wie sonst vielleicht oft an dem fehlenden Quäntchen Glück, sondern schlichtweg an mangelnden spielerischen Qualitäten, denn wir hätten uns über ein 0,5 – 5,5 nicht beschweren dürfen.
Aber nun der Reihe nach…
Ziemlich früh fertig waren die beiden Sawadski-Zwillinge: Nach für die beiden unbekannten Eröffnungen und damit verbunden viel Zeitinvestition musste beide nach etwa zwei Stunden gegen relativ erfahrene und starke Gegner (beide ca. 1800) aufgeben.
Daniel am letzten Brett befand sich nach einer damenindischen Eröffnung schnell in eigentlich (für diese Eröffnung) bekanntem Terrain – doch davon merkte man leider in der Partie nichts. Gegen den weißen Aufbau mit Sfd2, Sc3, Ld3, Dc2, Lb2 sah Daniel nicht den weißen Plan d5! kommen, wonach Daniels Bauernstruktur mit f5, e6, d6, c7, b6 und danach vor allem seine Königsstellung ordentlich zu wackeln begann! Eigentlich erwartete ich auch hier eine ziemlich schnelle Angelegenheit, allerdings stellte sich der Gegner selbst vor Probleme, indem er (angemerkt: wohl korrekterweise) eine Qualität opferte für einen Springer und drei Bauern. In seinem Gewinneifer mit zwei Freibauern auf der drittletzten Reihe und unnötig in Zeitnot gekommen, übersah der Jugendspieler der Baden-Badener dann den letzten Rettungsanker Daniels, und ging Grundreihenmatt. 1:2 aus unserer Sicht also!
Kim-Luca konnte in letzter Zeit ordentlich an Spielstärke und DWZ zulegen, was er allerdings in dieser Partie nicht zeigen konnte. Gegen einen der Wu-Zwillinge, welche ursprünglich in Mannheim spielten, hielt er es zunächst nicht für nötig, in einer Spanischen Eröffnung das Herz des Weißen, den „spanischen Läufer“ auf b3, zu eliminieren, und traf in der Folge mehrere falsche Entscheidungen; unter anderem versuchte Weiß mittels Dd2 und Lh6 den schwarzfeldrigen Läufer Kim-Lucas (ähnlich wie in der Drachenvariante der Sizilianischen Verteidigung) zu tauschen, der sowieso hinter der Bauernkette e5, d6 eingeschlossen war – bloß das Kim-Luca krampfhaft an dieser Figur festhielt.
Insgesamt reichte die Leistung des jungen Spitzenspielers von Baden-Baden aber, um Kim- Luca erst einen Bauern am Damenflügel abzuluchsen (wo ja bekanntermaßen eigentlich Schwarz spielt) und später Haus und Hof abzunehmen.
Severin hätte in seiner Partie meines Erachtens nach der so genannten Vallejo-Pons-Variante im Najdorf-Sizilianer folgen können, schlug dies aber aus, und nach beidseitigen Flügelattacken mit schwarzem b5-b4 und weißem g4-g5, geriet sein König zunehmend in Bedrängnis. Er konnte sich aber in der Folge befreien, den Angriff irgendwie abwehren und einen Bauern gewinnen. Als sich die Partie aber dem Endspiel zuwendete, geriet er trotz einer (meiner Ansicht nach richtigen!) Königsevakuierung immer mehr in Zeitnot, was am Ende dazu führte, dass der andere der beiden Wu-Zwillinge einen taktischen Nadelstich setzen konnte und sicher im Bauernendspiel doch noch gewann.

Damit waren meine Hoffnungen auf ein zwischenzeitlich mögliches Unentschieden dahin, und so musste ich meinem Gegner nach ca. 4,5 Stunden zum Remis die Hand reichen. In meiner Spanischen Partie musste ich früh das Läuferpaar geben, kam aber dank guter Voraussicht in eine Art Sizilianisch-Struktur, bei der Schwarz mit den Bauern a6, d6 und e5 gegen meine Bauern b2, c4, e4, vor allem meinen Springern auf d5 nichts entgegenzusetzen gehabt hätte – da kamen die Springer aber nach einem Damentausch in Zeitnot nicht mehr hin, und das vorhandene Endspiel Springer gegen Läufer war auch praktisch nicht zu gewinnen.
Damit bleibt unsere Mannschaft nach einem doch fahrigen Tag vorerst auf Platz 4 der Tabelle und hat noch alles in der eigenen Hand. Dazu muss gegen Karlsruhe in Persona Mannschaft 1 und Mannschaft 2 mindestens ein Sieg und ein Unentschieden gegen KA 1 her, ansonsten wird das mit der DVM dieses Jahr nichts mehr, und der Stadtrivale Biberach würde dem Heilbronner SV erneut ein Schnippchen schlagen….

1. Jugendmannschaft.

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