Gemischte Gefühle am Ferienende

Zum Abschluss der schulischen Pfingstferien (die mich leider schon mehrere Jahre nicht mehr tangieren) standen noch einige Events an, bevor es bis zu den Sommerferien eher mau wird, zumindest, wenn man in Baden-Württemberg Partien mit klassischer Bedenkzeit spielen will. Es gibt dann noch Events wie die Württembergische Schnellschachmeisterschaft oder die Württembergische Blitzeinzelmeisterschaft, aber der Preissupport durch den Verband ist bei beiden Turnieren eher mager (bzw. bei der Blitzmeisterschaft laut Ausschreibung nicht existent?!), sodass man dann eher geneigt ist, Schnellschachturniere wie das in Bad Friedrichshall Ende Juni mitzuspielen.

Seebach-Open

In Großenseebach in Bayern versuchte Philipp Wenninger sein Glück. Wie schon bei der Offenen Deutschen Juniorenmeisterschaft war er hier mit klarem Vorsprung an 1 gesetzt und wollte sich die 500 € Preisgeld schnappen. Leider scheiterte er auch hier quasi auf den letzten Metern. In der vorletzten und sechsten Runde trat er gegen den bis dato führenden Florian Ott an, seines Zeichens ehemaliger Deutscher Meister U18. Da Philipp noch nicht Deutscher Meister geworden ist, verlor er die Partie und musste den 1. Platz seinem Gegner überlassen. Dennoch reichte es für den 2. Platz, was ein sattes Preisgeld in Höhe von 300 € bedeutete!
Seebach-Open

Deutsche Pokaleinzelmeisterschaft (Dähne-Pokal)
Mich zog es auch nach Bayern, wenn auch nur zum Transit. Letztendlich landete ich über Würzburg in Halle (Saale), um die Endrunde des Dähne-Pokals auszuspielen. Am Vorabend zur 1. Runde meinte mein Württemberger Kollege Claus Seyfried (Stuttgarter SF) zu mir, dass er einfach nicht in der 1. Runde rausfliegen wollte. Bei ihm klappte es…bei mir eher nicht und ich vergeigte ein (wenn auch mit Mühe) haltbares Endspiel. Danach ging es in einem Turnier im Schweizer System weiter, aber wie so oft ließ ich meine Chancen entgehen und gute Gegner geben einem nur eine Chance. Am Ende landete ich mit 2,5 Punkten auf Platz 14, zum Abschluss noch eine Taktikaufgabe:

Weiß am Zug sollte gewinnen...Betonung auf "sollte"...

Weiß am Zug sollte gewinnen…Betonung auf „sollte“…

DPEM 2016

Bezirkseinzelmeisterschaft Unterland
Und wer klein anfangen will, muss sich (zumindest, wenn man keine ausreichenden Wertungszahlen für einen Freiplatz hat) wie bei Jugendmeisterschaften von der Bezirksebene auf die Verbandsebene bis auf die Bundesebene durchkämpfen. Der Grundstein dafür konnte vergangenes Wochenende in Schwaigern gelegt werden, für unseren Verein gingen Jonas Dudt, Kim-Luca Lahouel und Reiner Scholte an den Start. Jonas hat die geringste Erfahrung der genannten Leute und bekam auch seine Grenzen aufgezeigt. 2 Punkte auf 5 Runden sind kein überragendes Ergebnis, jedoch sind die gemachten Erfahrungen quasi unbezahlbar und werden Jonas bei seinem weiteren Weg helfen.
Reiner und Kim-Luca waren gewissermaßen verbunden im Schicksal, trafen sie doch tatsächlich in Runde 4 aufeinander! Kim-Luca hatte bis dato Auslosungspech sowie ein etwas unglückliches Händchen beim Spielen, so traf er direkt in Runde 1 auf den Erstgesetzten und konnte sich in Runde 2 nicht gegen Jugendrivalen sowie guten Bekannten Lucas Pepi durchsetzen. Gewissermaßen fand bei dem vereinsinternen Duell eine „Übergabe des Staffelstabs“ statt – Kim-Luca setzte sich durch, Reiner verlor dann auch noch die letzte Runde und Kim-Luca konnte sich noch gegen den Schwaigerner Thomas Berger durchsetzen!
Kim-Luca bekam dafür zunächst einen Ratingpreis und landete auf dem 4. Platz. Da der Zweitplatzierte Andreas Meschke (Marbarch) bereits für das Kandidatenturnier qualifiziert ist, wurde die Qualifikation an Kim-Luca heruntergereicht! Herzlichen Glückwunsch!

BEM 2016

10. Schach im Schloss

Aufgrund eines drohenden Unwetters wurde aus dem traditionellen „Outdoor“-Event ein „Indoor“-Event, was die Vorfreude aber nicht schmälerte. Eigentlich war es während des ganzen Turniers sonnig, die Unwetter brachen erst ein, als wir schon wieder in Heilbronn waren – etwas Glück gehabt…
In einem mit IMs und FMs gespickten Feld versuchten es Nikolas Pogan, Thomas Tschlatscher, Patrick Wenninger, Marcel Mikeler, Daniel Schäfer und ich, ein paar Punkte zu holen. Insgesamt war uns das Glück nicht hold. Ein paar Coups waren dabei, so konnte ich Josef Gheng überspielen und Patrick setzte sich sogar gegen Rudolf Bräuning durch. Am Ende fehlte auch die letzte Konsequenz. Niko und ich landeten mit jeweils 6,5 Punkten aus 9 Runden auf dem 8. respektive 7. Platz, wobei bei mir Umstände für das Verpassen der Preisränge (Plätze 1-6) verantwortlich waren, die ich hier nicht näher erläutern werde. Soviel sei gesagt: bei Geld hört das Gerechtigkeitsempfinden mancher Leute wohl auf.
Die anderen Jungs zeigten eine durchweg ordentliche Leistung, Daniel gewann z.B. einen Ratingpreis! An einem der beiden Mannschaftspreise schlitterten wir knapp vorbei: Bad Mergentheim 25.0, Schwäbisch Hall 24.0 und wir 23.0 Punkte. Die „Loser“-Plätze hatten wir wohl für dieses Turnier gepachtet…

Schach im Schloss

Das war es dann von mir. Genug Schach für diese Saison! Wobei ich mir das öfters sage und es dann doch nicht einhalte…

Kommentare

Gemischte Gefühle am Ferienende — 2 Kommentare

  1. Zu der kleinen Taktikaufgabe:

    1. Da6!! hinterfragt das schwarze Bauerngerüst am Damenflügel.
    …Db3! die wohl hartnäckigste Verteidigung. Der Schwarze macht es dem Weißen nicht leicht am Damenflügel durchzubrechen. (1. …xa6?? 2. a5! +-)
    2. Te3!! die Pointe. Weiß lenkt die schwarze Dame ab und ermöglicht es so am Damenflügel durchzubrechen.
    … Dxe3 (auch nach 2. …Lh8?! 3. a5! kann Schwarz das Handtuch werfen.)
    3. Db6 die Weiße Stellung spielt sich von alleine.
    …Kf8
    4. Sg5 und das Matt ist undeckbar. zum Beispiel:
    … Dd3 5. Dxd8 und matt.

    • Fast richtig, aber du übersiehst eine Kleinigkeit!
      Nach 3. Db6 Kf8 4. Sg5 hat Schwarz noch eine entscheidende Ressource:
      4…De6!!
      Und das Matt ist abgewehrt.
      Weiß muss sich nach meiner Analyse auf 5. Sxh7+ Kf7 6. Sg5+ Kf8 7. Sh7+ mit Dauerschach einlassen.