Nachruf Wolf Böhringer

Wolf Böhringer, letztes verbliebenes Gründungsmitglied und Ehrenvorsitzender vom Heilbronner Schachverein, ist vorgestern verstorben. Wolf konnte auf ein langes und erfülltes Leben zurückblicken. Stete Aktivität, Pflichtbewusstsein und soziales Engagement prägten sein Leben. Zu Recht  wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Schach war seine Leidenschaft und begleitete ihn auf dem größten Teil seines Weges. Besonders das Problemschach war sein liebstes Steckenpferd. Als Schachkomponist wurde er auch über Deutschlands Grenzen hinweg bekannt und hatte viele Probleme veröffentlicht. Die Gründung des Heilbronner Schachvereins am 09. Mai 1951 ist zum großen Teil sein Verdienst gewesen. Jahrzehnte lang war er in dem Verein aktiv, bemühte sich um dessen Belange. Ein Verein lebt von der Qualität seiner Funktionäre und es war kein Wunder, dass der Heilbronner Schachverein aufblühte. In Anerkennung seiner Leistungen wurde Wolf 1993 der Titel als Ehrenvorsitzender verliehen.

Ebenfalls im Jahre 1951  startete Wolf seine Schach-Ecke in der Heilbronner Stimme, die er 59,5 Jahre ununterbrochen führte, bevor er krankheitsbedingt diese im März abgab.  60 Jahre Schach prägten sein Leben und gerne hätte er noch mehr Zeit seinem großen Hobby gewidmet.

Mit Wolf verliert der Heilbronner Schachverein ein Person, ohne diese der Heilbronner Schachverein in seiner Form nicht existieren würde. Im Namen des Vorstands und der Mitglieder trauert der Heilbronner Schachverein um Wolf Böhringer.

Kommentare

Nachruf Wolf Böhringer — 3 Kommentare

  1. Mit Bedauern habe ich von Wolfs Tod erfahren. Zu seinem Gedenken plane ich einen kleinen Nachruf in der Problemzeitschrift „Die Schwalbe“, das ist das Mindeste, was der Gute verdient hat.
    Für ihn war sein Tod nach langer Leidenszeit wahrscheinlich eine Erlösung. Er hat seinen Frieden gefunden!

    Seinen Angehörigen, seinen Freunden (ich bin stolz und froh, mich ebenso zu diesen zählen zu dürfen) gilt mein tiefstes Mitleid. Wolf selbst gilt mein großer Dank, für alles, was er mir beigebracht hat, und für die vielen Stunden, die wir früher gemeinsam über Probleme sinniert haben. Du hast mein Leben sehr bereichert, Wolf!

    Herzliche Grüße
    Jochen

  2. Liebe Schachfreunde vom HSV,
    Ende 1958 stellte mich Günter Funk seinem Vereinsvorsitzenden, Herrn Wolf Böhringer vor. Auch nach über 50 Jahren sehe ich noch Herrn Böhringer vor mir, wie er nach jedem Halbzug die Kappe von seinem Füllfederhalter schraubte, den letzten Zug notierte, dann sein Schreibgerät wieder verschloss um sich dann wieder seiner Partie zu widmen.
    Nach Günter Funk hat uns dieses Jahr nun auch Herr Böhringer verlassen.
    Obwohl ich seit über 40 Jahren nicht mehr in HN lebe, durfte ich den weiteren Lebensweg von Herrn Böhringer von der Ferne aus beobachten und bewundern.
    Er war stets ein vorbildlicher Schachfreund, sowohl als Schachspieler, Fernschachspieler, Vereinsfunktionär und nicht zuletzt als Problemkomponist und 60-jähriger Betreuer der Schachecke.
    Ich rege an, dass ihr ihm zu Ehren jährlich einen Spielabend ins Leben ruft, an dem ein „Problemlösungswettbewerb“ durchgeführt wird. Das hätte im sicherlich gefallen.
    Mit freundlichen Grüssen
    Joachim Kapp
    (Vereins-, Stadt- und Bezirksjugendmeister; einjähriger Vereinsvorsitzender des HSV)

    • Hallo,

      es muss wohl Alfred Funk heißen. Was ein Problemlösewettbewerb betrifft, so haben wir genau das am Donnerstag diskutiert. Zwar führen wir den Problemabend in bester Tradition weiter, haben haben auch darüber nachgedacht, ein Gedächtnisturnier im Problemlösen zu machen. Wenn sich einige finden, die bereit sind, speziell dafür Problemaufgaben zu konstruieren, denke ich, dass sich das realisieren lässt.