Saisonabschluss für die 1. und 4. Mannschaft

4. Mannschaft (D-Klasse)

Schon vor der letzten Runde stand unsere Vierte als Meister und Aufsteiger fest. So konnte die letzte Runde eher entspannt angegangen werden. Gegner war Bad Friedrichshall, die es noch entspannter angingen, traten sie denn nur zu fünft an. Demzufolge fiel der Sieg mit 7,5:0,5 klar aus. Ein verdienter und krönender Abschluss für unsere Vierte. Mit 13:1 Mannschaftspunkten ist eine eindrucksvolle Saison hinter sich gebracht worden und lässt in der C-Klasse für die nächsten Saison hoffen.

1. Mannschaft (Landesliga)

Die letzte Runde wurde zentral in Ottmarsheim ausgerichtet – gemeinsam mit den Bezirksligamannschaften von Heilbronn-Hohenlohe und Ludwigsburg. Entsprechend groß war der Andrang. Unser Gegner hieß SK Lauffen und ein freundschaftliches Nachbarschaftsduell in der letzten Runde war eine angenehme Schlusspaarung. Zudem ging es für keinen von uns um etwas. Theoretisch hätten wir uns bei einem 7,5-Sieg in der Tabelle noch an Lauffen vorbeischieben können (auf den zweiten Platz), aber bei der stärkemäßigen Ausgewogenheit unserer Mannschaften, war dies illusorisch. Wir traten beide in Bestbesetzung an. Nach 40 Minuten warf ich einen Blick auf die Brettern, um einen ersten Eindruck zu erhalten, wie es so stand. Robin spielte mit Weiß gegen Schnepp und nach 9 Zügen sah alles in Ordnung aus. Ich vermeide es hier, eine Eröffnung anzugeben, weil ich bestimmt wieder korrigiert werde. Momentan stand Robin besser entwickelt und hatte mehr Raum. Nikolas hatte nach zehn Zügen gegen Heinl eine sehr kampfbetonte Stellung auf dem Brett. Offen und unklar, aber nachdem, was Nikolas in der Saison gezeigt hatte, was Spielstärke und Technik betraf, machte ich mir keine Sorgen. Jürgen hatte mit Holger Scherer jemanden am Brett sitzen, der bisher mein Stammgegner gewesen war. In den letzten Jahren hatten wir 4x, 5x die Klingen gekreuzt und obwohl ich in zwei dieser Partien sehr grottig stand, gelang es ihm nie, mich zu besiegen. Im Gegenteil, vermutlich bin ich schon zu seinem Alptraum mutiert. Ich kam gerade an das Brett, als sich beide auf ein Remis einigten. Früh, aber nachvollziehbar, es ging um nichts mehr und als Zuschauer kam man heute auf seine Kosten. Es gab genügend spannende Partien. Carole (11) hatte mit Frank Amos den vermutlich unangenehmsten Gegner. Frank hat momentan eine sehr starke Phase. In den Mannschaftskämpfen hat er bisher alles gewonnen. Carole hielt ihre Nation in Ehren und spielte Französisch. Auf dem Brett war eine scharfe, zweischneidige Stellung entstanden. Zu meiner Partie: Ich hatte heute sehr schnell gespielt. Königsindisch, in einer Variante, die ich bisher noch nie auf dem Brett gehabt hatte. 20 Züge waren vorbei und ich war zufrieden. Es waren genug Figuren getauscht, um einen schwarzen Angriff am Königsflügel illusorisch zu machen und die Post sollte am Damenflügel abgehen. Ehrlich gesagt, zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch keine Ahnung wie, es stand alles sicher.  Keine Schwachstellen in Sicht. Jul (9) hatte was Seltsames auf dem Brett, entsprach nicht seinem Stil. Da hieß es abwarten und schauen, was sich da entwickeln würde. Simon (12)  hatte in eine Variante abgewickelt, in der er nach dem Damentausch mit zwei Schwächen zurückblieb: e5 und dem Isolani auf c3. Klar konnte man diesen verteidigen, aber das war auch das Problem. In dem man diese Schwächen verteidigt, nimmt man sich gleichzeitig die Möglichkeit aktiv zu spielen. Thomas (11) Brett war eher das Schauspiel der Frage, wer kann am besten eine Festung bauen? Keine Bauern getauscht; Weiß hatte seine auf den dunklen Feldern postiert und Thomas seine auf den hellen (von a7 abgesehen). Das Ganze erinnerte mich ein wenig an die Stellungskriege im ersten Weltkrieg, wo man sich in den Gräben verschanzte. Entweder würde es so bleiben, oder irgendwann gab es eine Offensive. Dann würde es spannend werden. Knapp 3 Stunden später endete auch Simons Partie unentschieden. Ein neuer Rundumblick. Robin (27) hatte irgendwo in den letzten Zügen die Qualität verloren. Die Stellung sah verloren aus. Nicolas (22) konnte auf eine Mehrqualität bauen, allerdings waren seine Figuren unkoordiniert. Carole (22) stand gedrückt, aber die Stellung hielt sich noch. Ich (42) – nein nicht mein Alter, sonder die Anzahl der gespielten Züge – stand auf Gewinn. Ein taktischer Einschlag auf g6 hatte mir einen Bauern eingebracht und ein zweiter war in Reichweite. Mein Gegner hatte die Uhr am Laufen und ließ sie nun auch laufen. Er schaute sich die anderen Bretter an, um eine Entscheidung zu finden, wie und vor allem ob er weiterspielen würde. Julian (22) hatte neben Dame und Turm das Läuferpaar, was einen gewissen Vorteil brachte. Auf der Negativseite waren drei Bauerninseln zu schützen; zudem nur noch 18 Minuten auf der Uhr. Thomas (25) war in der Offensive. Aktuell hatte es ihn einen Bauern gekostet, aber die Figuren verbreiteten eine Aktivität, die eine vollständige Kompensation darstellte und es war abzusehen, dass der Bauer wieder zurückgeholt werden würde. So kam es dann auch und auch ein zweiter wurde einkassiert – ein gewonnenes Endspiel befand sich jetzt auf dem Brett. Julian spielte Remis und Nicolas, der im Endspiel sehr stark ist, nutzte eine Ungenauigkeit von Thomas, um sich eine siegreiche Stellung zu verschaffen, die er zum Ende führte. Carole konnte sich befreien und konnte auf ein Dauerschach spielen, die Partie endete Remis. Ich durfte mittlerweile weiterspielen. Ich holte mir sofort den zweiten Bauern – was nicht die beste Fortsetzung war, denn unter einem weiteren Bauernopfer drohte Schwarz selber ins Spiel zu kommen. Richtig wäre es gewesen, den Läufer wieder nach e4 zu ziehen, Schwarz hätte keine Möglichkeit zu einer Befreiung gehabt. Ein Dauerschach seinerseits galt es nun zu vermeiden, ein Damentausch auch – wäre allerdings nicht so tragisch, würde aber in ein Endspiel verzweigen, wo er noch ein wenig Hoffnung haben dürfte. Doch egal wie, bei korrektem Spiel sollte ich gewinnen. Das ging sogar schneller als gedacht, als er im übernächsten Zug einen Fehler machte, der es mir gestattete, den entscheidenden Schlag zu setzen. So spielte nur noch Robin, der es mit hilfreicher Unterstützung seines Gegners geschafft hatte, eine Remis verdächtige Position aufzubauen. So endete es auch dann. Damit stand es 5,5:2,5 für uns. Ein Sieg, der so eindeutig im Vorfeld nicht zu erwarten gewesen war.

Und das restliche Geschehen? Wie erwartet, gewann Erdmannhausen (zu Siebt antretend) gegen Neckarsulm und stieg auf. Lauffen und wir folgten Mannschaftspunktgleich auf Platz 2 und 3.  Ingersheim spielte stark auf und holte gegen Marbach ein 4:4. Bad Wimpfen gelang gegen Ludwigsburg der erste Sieg und damit die ersten Mannschaftspunkte der Saison, was aber nichts an dem letzten Platz in der Tabelle änderte und wieder mal den Abstieg bedeutete. Zwischen Öhringen und Kornwestheim gelang keine Vorentscheidung. Zwei Partien endeten relativ früh mit Remis und auch alle anderen auch (vom kampflosen Sieg an Brett 4 abgesehen).

In der Bezirksliga Süd, hatte Erdmannhausen 2 bisher den Ton angegeben und traf auf den Tabellenletzten, den SC Tamm, der bisher keinen Mannschaftspunkt hatte erringen können. Ein Sieg und der Aufstieg zeichnete sich schon früh ab und so kam es. In der Bezirksliga Nord hatte vor der Endrune Biberach die besten Chancen. Zwei Mannschaftspunkte Vorsprung hatten sie, so dass ihnen ein 4:4 reichen würde. Nur bei einer Niederlage könnte noch Böckingen an ihnen vorbeiziehen. Beide hatten mit Lauffen bzw. Meinsheim-Güglingen keine einfachen Gegner. Es blieb noch lange offen. Am Ende gewannen beide ihr Spiel und wir können Biberach nächste Saison in der Landesliga begrüßen. Gerabronn stand schon vorher als Absteiger fest und Öhringen stand am Ende auch als zweiter Absteiger fest.

 

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