1. Runde KO-Pokal Württemberg

Mit Mühe und Not! Freitag abends standen ausnahmsweise weder Parties noch Jugendtraining an, sondern ein Besuch beim Zweitligist TSV Schönaich, welche uns im KO-Pokal auf württembergischer Ebene empfingen.

Einen Vorteil hatten wir: Der Viererpokal scheint dem Geldgeber nicht besonders wichtig zu sein, sodass Amateurspieler auf Amateurspieler trafen; meine Wenigkeit, Robin, Niko und Ramin (in dieser Reihenfolge) trafen auf Sebastian Fischer, Moritz Reck, Florian Schnadt und Christoph Steinhart. Nominell waren wir sicher 100 DWZ-Punkte favorisiert, wenn nicht sogar deutlich mehr.

Niko setzte dann auch gleich ein Zeichen. Sein Gegner investierte zu viele Kräfte darin, Nikos Fianchetto-Läufer auf g7 abzutauschen und riss sich dabei gleich mehrere Baustellen im Zentrum auf. In der Folge gewann Niko den Bauern auf e4 und setzte den weißen König unter Druck. Ein Figurenopfer zertrümmerte den weißen Bauernschutz und wir gingen in Führung.
Ramin kündigte schon vor der Partie an, aus verschiedenen Gründen überhaupt nicht in Topform zu sein. Seine Partie sah entsprechend aus: In einem Alapin-Sizilianer spielte er seinen Angriff zu lasch und verlor seinen wichtigen Stützpunktbauern auf e5. Die anschließende Konsolidierung und Verwertung des Vorteils wurde gut von Schwarz gemacht, hier war trotz Schwindelversuchen nichts mehr für Ramin zu holen – 1:1, nach Berliner Wertung lagen wir jedoch vorne.

Am Spitzenbrett bekam ich es mit Sebastian Fischer zu tun. Zwar konnten wir uns überhaupt nicht vorbereitet, aber ich hatte dunkel in Erinnerung, dass mein Gegner gegen 1. d4 grundsätzlich holländische Systeme wählt, also entschied ich mich für ein entsprechendes Anti-System. Mein Gegner spielte schnell, während ich mich in einer sehr scharfen Stellung erstmal zurechtfinden musste – nach etwas mehr als zehn Zügen stand meine Dame auf h8 und sein Springer auf a1 und ich hatte temporär eine Figur weniger, wobei der Springer a1 natürlich keinen Rückweg hatte. Laut Engine waren das auch beidseitig die besten Züge, nur hatte Weiß einen Vorteil von knapp +1, was ich auch spürte, da mir sein König doch luftig erschien. Gerade als ich meine Partie krönen konnte, sah ich zwar die Gewinnfortsetzung, jedoch auch Dauerschach-Gespenster, wodurch ich lieber in ein Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern und drei Freibauern auf meiner Seite bei zwei Mehrbauern ging. Dieses behandelte ich so schlecht, dass mein Gegner noch Remischancen hatte, als er diese ausschlug, revanchierte ich mich durch das Einstellen meines Gewinngaranten auf f2 und wir einigten uns auf Remis…


Welche Gewinnfortsetzung im 20. Zug sah ich, spielte sie jedoch nicht?

Zu dem Zeitpunkt des Remisschlusses wusste ich aber schon, dass Robin die Kohlen aus dem Feuer holen würde. Nach der Eröffnung hatte Robin zwar einen rückständigen Bauern auf e6, mithilfe einer taktischen Feinheit wurde dieser jedoch innerhalb von zwei Zügen zu einem gedeckten Freibauern auf e4. Weiß setzte daraufhin Robins Königsflügel unter Druck, woraufhin dieser den zweiten vorm ersten Zug machte und seinen Vorteil hergab. Das entstandene Endspiel mit zwei Turmpaaren und jeweils einem Springer war sehr interessant, jedoch wohl für beide Seiten nicht zu gewinnen, da Robin Zeit aufwenden musste, die weißen Freibauern am Königsflügel zu gewinnen. Als meine Partie praktisch schon entschieden war, spannte Robin uns auf die Folter, indem er ein Dauerschach ausschlug, um Viertel vor Eins war es dann doch geschafft, Remis und Sieg nach Berliner Wertung.

In der nächsten Runde, im Viertelfinale, wartet Schmiden/Cannstatt auf uns. In der Oberliga konnten wir sie schlagen, sie gewannen dafür beim Schnellschach gegen uns, mal sehen, wie es am 11. Juni ausgehen wird.


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