In den Schatten gestellt
von Enis Zuferi am Mo., 23. März 2026 | KommentareDie diesjährige Edition des Biber-Jugend-Cups bot die Gelegenheit für einen neuen Heilbronner Rekord.
Einerseits waren die Biberacher froh um ihren eigenen Teilnehmerrekord. Ganze 242 Kinder und Jugendliche spielten am 14. März in der Böllingertalhalle Schach. Dazu kann man nur gratulieren.
Andererseits stand das Turnier auch im Zeichen des Heilbronner SV. Dank des großen Engagements diverser Akteure schafften wir es, 48 unserer Schachkinder zum Turnier zu entsenden. Wenngleich wir bei weitem nicht der einzige Verein mit einer funktionierenden Jugendarbeit sind, so sollte schon hervorgehoben werden, dass knapp ein Fünftel des Turniers von unserem Verein kommt.
Eine derartig große Gruppe beinhaltet Schachspielerinnen und -spieler aller Couleur. Es gab Anfänger, Nicht-so-ganz-Anfänger, Fortgeschrittene, Spitzenspieler und alles dazwischen. Zentral ist hierbei jedoch die Tatsache, dass die Jugendlichen spielen, Spaß haben und sich trauen, an einem Wettkampf teilzunehmen.
Besondere Erfolge verbuchten wir dabei in der U14, in welcher Konstantinos Tselepidis (Dritter) und Leon Kübler (Fünfter) in den Top 5 landeten und in der U25A, welche von Richard Walter mit 6,5/7 dominiert wurde. Aber auch der dritte Platz unseres Neuzugangs Esat Tuna Turker darf nicht unter den Tisch gekehrt werden.
Siegerinnen und Sieger U14: in der Mitte Kosta (wieso darf der Drittplatzierte eigentlich in die Mitte?) und ganz rechts Leon.
Sieger U25A: dritter von links ist Richard (1. Platz), rechts davon Esat Tuna (3. Platz). Zwei Plätze weiter sehen wir Felix Hagenmeyer (sechster von links, 6. Platz) und Daniel Schäfer (7. Platz). Diese beiden Bilder wurden von der Homepage der SF HN-Biberach
Einzig finde ich die Tradition des Biber-Cups merkwürdig, die Preise für das beste Team (die besten vier Spieler:innen eines Vereins) und die größte Gruppe nicht an denselben Verein geben zu wollen. So wurde der Preis für die größte Gruppe an den Mosbacher SC vergeben, welcher mit 12 Kindern und Jugendlichen antrat. Auch wenn das nicht unbedingt die zweitgrößte Gruppe war (HN-Biberach gibt diesen Preis nicht an sich selbst), so gibt es einen großen Unterschied zwischen 12 und 48. Naja, sei’s drum. Den Preis für das beste Team holten wir uns aber.
Unser Gruppenfoto. Ich glaube, da waren nicht einmal alle Kinder drauf…zumindest kam mindestens eines der Kinder zu spät zum Fototermin.
Auch wenn Kosta sicherlich leicht traurig wegen des Turniers war, so konnte er in der Folgewoche alle in den Schatten stellen. Bei der Württembergischen Vereins-Mannschaftsmeisterschaft (was für ein Name) U14 spielte er mit Leon, Leonard Jüngling und Advik Mishra gegen die anderen starken Jugendteams. Leider war gegen den SV Stuttgart-Wolfbusch an diesem Tag kein Kraut gewachsen, aber Kosta machte gegen Yibo Zhang (über 2000 DWZ) nur Remis, weil er mit 8 Sekunden auf der Uhr in Gewinnstellung ein Dauerschach zuließ. Dazu zu sagen ist, dass ein Zeitmodus ohne Inkrement gespielt wurde (meiner Meinung nach Kokolores für OTB-Partien. Online könnt ihr ohne Inkrement spielen, so viel ihr wollt). Davon ließ Kosta sich nicht beirren und er pflügte mit 6,5/7 an Brett 1 durchs restliche Feld. Eine Performance von 2083 kann sich durchaus sehen lassen.
In der U12 trauten sich Kai-Wen Liu, Lasse Rieß, Katherina Kaleva und Nika Kulikou an die Bretter. Die erste Turnierhälfte verlief bemerkenswert, denn nach der Startniederlage gegen die drittgesetzten Stettener wurden drei Mannschaftskämpfe mit 4-0 gewonnen! Leider gab es in den Runden 5 und 6 gleich zwei Klatschen mit 0-4. Katherinas und Kai-Wens Aufbäumen in der letzten Runde reichten dann nicht mehr aus, um noch etwas fürs Team zu holen. Dennoch eine Leistung, auf die man stolz sein kann. Katherinas Leistung mit 5/7 möchte ich hervorheben, weil sie eigentlich noch in der U10 spielen dürfte und dennoch mit den U12ern mithalten kann.
Dann noch kurz zu den Mannschaftskämpfen des 15. und 22. März:
Wir dürfen zwei Klassenerhalte feiern! Nach verkorkster erster Saisonhälfte haben sich sowohl die zweite als auch die dritte Mannschaft gefangen. Während die Dritte mit einem Arbeitssieg in Ingersheim (4,5-3,5) alle Abstiegsgespenster vertrieb, zeigte die Zweite, was eigentlich in ihr steckt. Mit 6-2 wurden die Stuttgarter SF II vom Brett gefegt. Damit wurde nicht nur die Klasse, sondern auch eine Schwindelchance zum Aufstieg in die Oberliga Baden-Württemberg erhalten.
2. Mannschaft
3. Mannschaft
Ganz und gar realistische Chancen zum Aufstieg hat die von Ralf Nürnberg angeführte sechste Mannschaft. Sie schickte Eberstadt mit 5,5-0,5 nach Hause. Wie bei der Zweiten wird sich die Frage des Aufstiegs am 19. April beantworten, bei der Sechsten jedoch nicht in der Hochschule Heilbronn, sondern auswärts beim Konkurrenten SV Böckingen II.
Wacker schlägt sich weiterhin die fünfte Mannschaft. Auch hier ist Kosta nur am Siegen: er gewann eine weitere Partie und schraubt sein Punktekonto an Brett 1 damit auf 6/7 (+ eine kampflose Partie). Damit trug er zum knappen Erfolg (4,5-3,5) seines Teams gegen SC Blauer Turm Bad Wimpfen II bei.
5. Mannschaft
6. Mannschaft






Kommentare:
Herzlichen Glückwunsch an den gesamten Heilbronner Schachverein für solche eine Rekord-Beteiligung bei einem Jugend-Schnellschachturnier überhaupt, und insbesondere beim Biber-Jugend-Cup. Es ist eine Freude, dass nach 27 Jahren es nun zwei große Jugend-Schnellschachturniere in Heilbronn gibt. Zusammen leisten beide Veranstaltungen einen großen Beitrag zur Nachwuchsarbeit im Schach nicht nur in der Stadt sondern in der gesamten Region und insgesamt für den Schachsport. Wer hätte das damals 1999 ahnen können welche Dimensionen das mal erlangen wird? Es lohnt sich einfach mit Mut neue Wege einzuschlagen. Ich bin stolz darauf welche Früchte dieses Engagement langfristig nun trägt. Tolle Jugendarbeit bei Euch! Ich freue mich auf ein erneutes zahlreiches Wiedersehen in 2027. Beste Grüße.