Zu jung und zu alt zum Gewinnen

von am So., 21. Dezember 2025 | Kommentare

Das schien das Motto der diesjährigen Baden-Württembergischen Blitzmeisterschaft der Jugend zu sein.

Auf den Seiten der Württembergischen Schachjugend ist von 128 Kindern und Jugendlichen die Rede, ich kam beim Zählen jedoch auf 124 Teilnehmer:innen. Davon spielten 56 Kinder in der gemeinsamen Gruppe U8-U12, während 68 Streithähne und -hennen die Titel in der Gruppe U14-U20 erringen wollten. In beiden Altersklassen wurden 17 Runden Blitz nach Schweizer System mit einer Bedenkzeit von 3 Minuten pro Spieler und Partie mit 2 Sekunden Inkrement pro Zug (sogenanntes „3+2“) gespielt. Dadurch verliert man streng genommen nicht auf Zeit, aber beim Blitzen OTB („over the board“) reichen die 2 Sekunden gerade mal dafür aus, einen halbwegs vernünftigen Zug zu machen, ohne die Figuren umzuschmeißen. Entgegen der landläufigen Meinung wird daher auch beim „3+2“ ein gutes Zeitmanagement belohnt.

Zahlenmäßig dominierte unser Verein. Von 56 tapferen Recken trugen 14 – genau ein Viertel – unsere Farben. In der Gruppe der Älteren waren wir immerhin mit 10 Jugendlichen vertreten. Ein Meistertitel sprang dabei leider nicht heraus. Unten dominierte Nick Retzlaff (SF Kornwestheim) mit 16,5 Punkten. Für mich nicht so überraschend, da ich schon mal gegen ihn blitzen durfte und er Teil des Teams Württemberg bei der DLM war, mit welchem Daniel Schäfer und ich Deutscher Vizemeister wurden. Bemerkenswert war, dass sein älterer Bruder Kian in der U16 ebenfalls Meister wurde. Herzlichen Glückwunsch dazu!
Trotz der ausbleibenden Titel setzten unsere Kids einige Duftmarken. Leonard Jüngling wurde mit 10 Punkten Vierter in der U12 und Siebter in der Gesamtwertung. Highlight war sicherlich sein Sieg gegen das große Talent Jan Schmidt (SV Stuttgart-Wolfbusch, 1832 DWZ, U12). Leider ging Leo in der zweiten Turnierhälfte die Luft aus und er sammelte ein paar Nullen zu viel, um ganz oben mitzuspielen.

„Oben“ sorgten die Heilbronner trotz einer kleineren Fraktion für mehr Aufruhr. Dies war ein Faktor dafür, dass die ganze Sache nicht so klar wie in der jüngeren Gruppe ausging. So wurde der Deutsche Meister U14, Neil Albrecht, von unserem Dennis Birke ausgebremst. Ein äußerst starkes Einzelergebnis! Dennis landete am Ende mit 10 Punkten auf dem 14. Platz.
Gleich viele Punkte wies Konstantinos „Kosta“ Tselepidis auf. Auch er spielte insgesamt ein gutes Turnier und kann sich über ein Elo-Plus freuen, jedoch verschenkte er gerade am Anfang Punkte durch zu langes Überlegen. Nichtsdestotrotz errang er mit dem 12. Platz ein Ergebnis, welches klar über seinem Setzplatz lag.
Die größte Hoffnung hatten wir wohl in Richard Walter gesetzt, welcher auf ein überragendes Jahr 2024 ein mindestens genauso starkes 2025 folgen ließ. Leider musste Richard ein paar Punkte gegen diverse stark aufspielende Jugendliche abgeben. Zwar besiegte er gegen Turnierende den späteren Gesamtsieger Eduard Rau (SK Bebenhausen), aber in der neunten Runde ging eine verhängnisvolle Partie gegen Kian Retzlaff verloren. Am Ende hatte Richard 11 Punkte, genau einen weniger als Kian. Dadurch wurde es der 9. Platz in der Gesamtwertung und „nur“ der 2. Platz in der U16.

Richard sollte dank der roten Vereinsjacke schnell zu erkennen sein. Ein bisschen mehr könntet ihr aber alle lächeln 🙂

Schlussendlich gratuliere ich Richard zum Vizemeistertitel! Allen Heilbronnern, die beim Turnier teilgenommen haben, möchte ich ein Lob aussprechen. Das ist der richtige Weg, man muss spielen und trainieren, um besser zu werden. Hoffentlich trainiert ihr auch fleißig 🙂

Lustigerweise waren die Top 3 der „älteren“ ausschließlich U14-Kinder, während unten U12-Kinder dominiert haben. Da müssen die „Randgruppen“ im nächsten Jahr aber mehr zeigen…
Alle Ergebnisse auf der Seite der WSJ.

Veröffentlicht unter Jugend, Turniere, Württ. Blitz

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