Unbowed, unbent, unbroken [Update: jetzt mit Bericht vom Wochenende]
von Enis Zuferi am So., 20. Juli 2025 | KommentareWürttembergischer Meister im klassischen Schach.
Württembergischer Meister im Blitzschach.
Württembergischer Meister im Schnellschach.
Württembergischer Pokalsieger.
Mehr steht hier nicht.
Nachtrag: dank Gunnar Schnepp steht hier nun doch mehr. Hier sein Bericht vom Finalwochenende:
Also zumindest was die Mannschaftwettbewerbe in der nunmehr tatsächlich abgelaufenen Saison angeht!
Denn hatten wir ja bereits zunächst sowohl den Blitzschach- als auch den
Schnellschachmannschaftsmeistertitel eingetütet sowie recht souverän die Oberliga gewonnen, fehlte uns
jetzt „nur“ noch der im 4er-K.o.-Pokal … .
Hier sollte nun am vergangenen Wochenende, an dem am Samstag zunächst das Halbfinale und dann
bereits am darauffolgenden Tag (!!) das Finale stattfand, die Entscheidung fallen. Das Los hatte uns das
Heimrecht und Bebenhausen als Gegner beschert, welche in der Aufstellung Braun, Waffenschmidt,
Bräuning und Carstens mehr oder weniger in Bestbesetzung antraten.
Die erste Entscheidung in dieser Begegnung fiel dann in meiner Partie:
Ich hatte auf das schablonenhafte und objektiv gesehen auch bessere b3 zugunsten des Nehmens auf a3
verzichtet und ging, während mein Gegner über seinen nächsten Zug nachdachte, nach draußen, um
etwas frische Luft zu schnappen. Durch das Fenster konnte ich dann beobachten, wie Bräunings Hand
bereits über seinem Springer auf b4 kreiste und ich dachte mir, daß es wohl eine recht lange Partie
werden würde … . Als ich dann nochmals durch das Fenster sah, stellte ich geradezu geschockt fest, daß
er stattdessen auf a3 geschlagen hatte!!
Ich stellte mir ernsthaft die Frage, was ich denn da bitteschön übersehen haben sollte!? Aber natürlich
hatte ich hier nichts übersehen! Und so zog ich denn auch relativ rasch das vernichtende Db2, wonach
sich mein verzweifelt nach Rettung auf den anderen Brettern Ausschau haltender Gegner leider nicht zur
sofortigen Aufgabe entschließen konnte und die Partie noch weiter sinnlos in die Länge zog, ohne jedoch
jemals auch nur den Hauch einer Chance auf Rettung zu bekommen, und sich erst 1 Zug vor der
Mattsetzung dann doch noch zur Aufgabe entschließen konnte.
Praktisch zeitgleich war auch die Begegnung von Daniel an Brett 4 beendet – sie war in einem aus unserer
Sicht ein klein wenig glücklichen Unentschieden geendet …
… denn hier hätte De3 praktisch den Generalabtausch auf e6 forciert …
… wonach Schwarz unbedingt den Übergang in ein Bauernendspiel mittels Tf6 hätte vermeiden müssen,
da dieses nach Tf6: gf: und nun sowohl nach g4 oder auch b4 glatt verloren gewesen wäre!
Jedoch hätte er nach dem besseren Tf4: nebst d4 als auch dem sofortigen d4!? recht gute Remischancen
behalten!
Carstens entschied sich jedoch stattdessen für das Schlagen auf c6 …
… was Daniel wiederum die Möglichkeit einräumte, mit dem doch etwas spektakulär wirkenden Tf4:! die
Stellung wieder nahezu ins Gleichgewicht zu bringen!
Wenig später wurde das Unentschieden mittels einer Stellungswiederholung besiegelt.
In Enis Partie sah es zwischenzeitlich recht gut aus, jedoch geriet er leider in hohe Zeitnot und eine
Stellung, die mit Turm gegen Läufer und 2 Bauern wohl nur sehr schwer zu verteidigen war! Er bewältigte
dann zwar auch die Zeitkontrolle und kämpfte weiter bravourös, doch leider war seine Stellung wohl nicht
mehr zu verteidigen und mußte sich nicht zuletzt auch den wohl recht starken Spiel seines Gegners
beugen.
Womit sich die Partie von Philipp an Brett 2 als entscheidend herausstellen sollte und zum Zeitpunkt von
Enis Aufgabe sogar bereits beendet war … . Dort war der Start für ihn – trotzdem er die aufs Brett
gekommene Variante recht gut kannte als auch am Morgen sich noch einmal näher angesehen hatte –
doch eher durchwachsen, geriet er doch nach eigener Aussage in eine „- 2“-Stellung … . Glücklicherweise
fand sein Gegner danach nicht immer die besten Züge, und das Blatt begann sich langsam aber sicher zu
wenden.
Nach bewältigter Zeitkontrolle verwandelte er seine Gewinnstellung nach und nach kontrolliert in einen
vollen Punkt – wodurch wir für das Finale als auch bereits für die Teilnahme auf deutscher Ebene
qualifiziert waren!!
Wobei das Finale absurderweise (wer hat sich das bloß ausgedacht!??) (wie) bereits (erwähnt) für den
nächsten Tag (!!) angesetzt worden war! Da nun überraschenderweise (!?) Schmiden zuhause gegen
Sontheim verloren hatte, war immerhin wohl (!?) bereits klar, daß wir am nächsten Tag irgendwie nach
Sontheim kommen mußten, was ja bekanntlich nicht der nächste Weg ist (was wäre eigentlich gewesen,
wenn da eine Auslosung notwendig geworden wäre?! Wer hätte die dann wann durchgeführt!??)!!
Also mit ausruhen und erholt das Finale spielen war es nicht so weit her … . Zumindest ich für meinen Teil
„durfte“ am Sonntag kurz vor 6 Uhr aufstehen … .
Immerhin verlief die Bahnfahrt für m i c h soweit reibungslos, daß ich bereits gegen 9.15 h in Sontheim
eintraf (weniger Glück hatten da wohl diejenigen, die in Schwäbisch Gmünd aus den Zug aus- oder
einsteigen wollten, denn der Lokführer hatte den Bremsvorgang schlicht und ergreifend zu spät eingeleitet
und schoss so quasi über den den Halt hinaus …).
Und so gut, wie es mit der Hinfahrt für mich hingehauen hatte, sollte es dann auch in der Partie gegen
Sontheim, welche wie wir auch in unveränderter Formation wie bereits am Tag zuvor antraten, laufen.
Nunmehr mit den schwarzen Steinen spielend gelang es mir, meinen Gegner bereits früh unter Druck zu
setzen und einen kleinen Vorteil zu erlangen. Dergestalt unter Druck gesetzt sah sich mein Gegner
genötigt, viel Zeit zu verbrauchen, nur um dann schon im 18. Zug den bereits entscheidenden Fehler zu
begehen, welcher es mir ermöglichte, die Partie mittels eines spektakulären Aushebers sofort zu
entscheiden!
Stellung nach 18.De3? und vor 18. … x !!
Wie auch bereits tags zuvor konnte sich mein Gegner nicht dazu durchringen, sofort aufzugeben, aber
mehr als weitere 8 Züge wollte er sich dann doch auch nicht mehr antun … . Und somit stand es bereits
nach gerade einmal etwas mehr als 2 Stunden 1:0 für uns!
Für das nächste positive Resultat sorgte Philipp, welcher in einer nicht besonders spektakulären Partie ein
letztlich ungefährdetes Unentschieden für uns verbuchen konnte. Dadurch war auch klar, daß uns bereits
ein weiteres Unentschieden an Brett 1 zum Sieg reichen würde! Um es aber ganz besonders gut zu
machen, überspielte Enis seinen jungen Gegner (Neil Albrecht, im Juni Deutscher Meister U14 geworden) nach und nach, und nachdem er auch noch die Zeitkontrolle geschafft hatte, war klar, daß
er sich den Sieg nicht mehr nehmen lassen würde, welchen er kurz darauf auch tatsächlich eintütete! Und
da auch Daniel eine recht gute Partie gespielt hatte, war sein abschließender Sieg insgesamt gesehen
verdient und wir dank dieses 3,5:0,5-Gesamtsieges nun tatsächlich auch noch württembergischer 4er-
K.o.-Pokalsieger!!
Und sind somit eben die “Motuw“s – also die “Masters of the Universe … … Württemberg“ (2024/25) :-))!
P.S.: der Zug, mit dem ich Gewinnstellung erlangte, war 18. … Sd5!! . Diese Angabe erfolgt für den Fall,
daß ihn je jemand nicht auch gefunden haben sollte … .


