Taktik aus dem wahren Leben (63)

Das Thema dieser Serie ist die „Taktik des Alltags“, also taktische Situationen, mit denen wir Normalsterbliche in unseren Partien konfrontiert sind. Wer genügend Partien gespielt hat, weiß, dass brillante Opferangriffe leider die Ausnahme bilden; entscheidend ist viel häufiger, die kleinen Chancen, die sich links und rechts am Wegesrand auftun, zu erkennen und zu nutzen.

Alle Beispiele kommen aus dem „wahren Leben“, entstammen also meinen eigenen oder Heilbronner Partien. Manchmal kam die Kombination oder taktische Möglichkeit aufs Brett, manchmal wurde sie jedoch auch übersehen. Die Spanne reicht vom simplen kurzzügigen Bauerngewinn bis zu komplexeren Kombinationen, bei denen klassische Motive eventuell in versteckter oder „verfälschter“ Form auftreten können. Hin und wieder ist auch mal eine „Perle“ dabei, entweder in Form einer Kombination „für die Galerie“ oder als gehaltvolle Stellung mit vielen interessanten Motiven und Möglichkeiten, die naturgemäß zum großen Teil unter der Oberfläche bleiben und erst in der Analyse auftauchen.

Eine spätere Stellung der heutigen Partie war bereits Thema in dieser Serie. Damals schrieb ich bereits von einem ausgelassenen klaren Gewinn; hier ist er: Was hätte ich in der Diagrammstellung mit Schwarz spielen sollen?


Lösung


Kommentare

Taktik aus dem wahren Leben (63) — Ein Kommentar

  1. 1. … Txe2 ist so ein Zug, welchen man in der Partie schwer findet, weil Dame und Läufer schon angegriffen sind. In Aufgabenform hingegen ist er recht leicht zu berechnen: Nimmt Weiß den Turm, holt sich Schwarz mit der Gabel auf e3 bzw. d4 nach Damentausch den Springer ab. Bei 2.Sxb7 gewinnt De3+ nebst Td2 ebenfalls entscheidend Material. Falls Weiß die Dame nimmt, erlaubt die schlechte weiße Königsstellung den vorteilhaften Rückgewinn der Dame mit 2. … Txg2+ 3.Kh1 Td2+.

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