Erfolgreiche WJEM 2018 [Update: jetzt mit kommentierter Partie]

Wie üblich fanden nach Ostern die württembergischen Jugendeinzelmeisterschaften statt, dieses Jahr wieder am Bodensee in Lindau. Neu waren die „offenen Juniorenmeisterschaften U25“ als Pendant zum entsprechenden Turnier auf Bundesebene. Der Sieger würde eine Teilnahme an den offenen Deutschen Juniorenmeisterschaften U25 vom SVW finanziert bekommen, leider konnten wir dort auch aufgrund anderer Turniere keine Teilnehmer stellen.

Dafür konnten wir bei den „richtigen“ Meisterschaften wieder mehr Teilnehmer stellen, man kann hier schon fast ein Muster erkennen:
2015 fünf Heilbronner Teilnehmer
2016 acht Heilbronner Teilnehmer
2017 fünf “ “
2018 acht “ “

Nächstes Jahr also wieder nur fünf Jugendspieler bei den WJEM? Wir hoffen es nicht.

Tatsächlich schafften wir es, in allen Altersklassen bis auf die weiblichen Teilnehmer zu stellen. In der offiziell jüngsten Gruppe, der U10, trat Calvin Wolff an. Er hatte 2018 schon die Ehre, bei einer WJEM zu spielen, und zwar im Februar bei der abgekoppelten U8, bei welcher er Vizemeister wurde. Da in der U10 deutlich mehr Kinder spielen, war die Konkurrenz weitaus härter, ein zweiter Platz hier eher ein Traum. Calvin schlug sich trotz dieser Umstände sehr gut und erreichte mit 4/7 Punkten den 16. Platz von 34 Teilnehmern. Nicht ganz so wichtig, aber das DWZ-Plus von 126 Punkten unterstreicht seine gute Leistung.
Ähnlich stark spielte Felix Hagenmeyer in der U12 auf. Er spielte seine 2. WJEM in Folge, in dem jungen Alter bemerkenswert. Zudem startete er gleich furious mit einem Sieg gegen den zweitgesetzten Mischa Foksha. Auch in der zweiten Runde hielt er seinem deutlich stärkeren Konkurrenten stand. Eine Doppelnull in den Runden 3/4 verhinderte zwar, dass richtig viel drin war, über einen 11. Platz (Setzplatz 19, 34 Teilnehmer) mit 4 Punkten sollte man dennoch nicht lachen (+96 DWZ).

In der U14 (26 Spieler) gingen die Sawadski-Zwillinge fast schon als Veteranen an den Start, Nikolas kommt sogar auf drei WJEM-Teilnahmen inklusive 2018. Bei ihnen gab es „Business as usual“ – liegt der eine Zwilling vorne, so läuft es bei ihm irgendwie nicht so recht, während der andere beachtliche Ergebnisse erzielt. So schlug Leonard gleich in der ersten Runde das Ebersbacher Talent Nils Wurmbauer (1733 DWZ – fast 400 mehr als Leonard!). Nikolas hingegen konnte nur im Mittelteil seine Leistung abrufen. So landete er mit 2 Punkten auf einem eher ernüchternden 23. Platz. Seine bei dem Turnier „bessere Hälfte“ holte sich 50% mit einem entsprechenden Mittelfeldplatz, genau genommen Nummer 14.

Daniel Schäfer und Severin Bühler absolvierten beide WJEM Nr. 3. Ersterer durfte am Anfang etwas Fahrstuhl fahren – Null gegen einen Stärkeren, Eins gegen einen Schwächeren und wieder eine Null gegen einen Stärkeren. So konnte es natürlich nicht weitergehen und mit einem Doppelsieg war Daniel plötzlich vorne dabei. In der Folge remisierte er auch noch gegen den starken Dominik Gheng. Vier Punkte sind der gerechte Lohn für seine Leistung, er rutschte noch in die Top der U16, welche 24 Teilnehmer enthielt.
Zwischendrin sah es bei Severin nicht gut aus, zwar konnte er gegen den starken Jugendspieler Jan Brunner remisieren, jedoch machte ihm eine Doppelnull in der Folge zu schaffen. Am Ende landete er ebenfalls bei vier Punkten und konnte Daniel mit der besten Buchholz im Turnier auf die Plätze verweisen, Rang 7 hieß es bei Severin.

Bleibt nur noch die Königsklasse und damit ein Abschied, Kim-Luca Lahouel spielte seine fünfte und letzte WJEM. Favorit für den großen Wurf war hingegen ein anderer unserer Gruppe, Simon Degenhard. Fast bis zum Schluss waren beide gemeinsam vorne dabei, bis die vereinsinterne Paarung an Brett 1 erfolgte. In dieser konnte sich Simon durchsetzen, während Kim-Luca auch noch in der letzten Runde gegen Simons ärgsten Konkurrenten David Wendler (SK Bebenhausen) verlor. So landete Kim-Luca mit 4/7 etwas unglücklich auf dem 6. Platz. Das soll seine Leistung nicht schmälern, mit einem Quäntchen Glück wäre mehr drin gewesen.
Simons Plan dafür ging voll auf. Er spielte schon in der dritten Runde Remis und setzte voll auf sein direktes Duell mit David Wendler. Dieses konnte er für sich entscheiden. Schnell wurde auch klar, dass die Buchholzwertung auf Simons Seite sein würde. Folglich reichte ein Remis in der Schlussrunde zur Sicherung des württembergischen Meistertitels U18 2018. Mit 6/7 Punkten darf er zum vierten Mal in Folge den den Deutschen Jugendeinzelmeisterschaften teilnehmen.
Herzlichen Glückwunsch an alle Teilnehmer, besonders an Simon zum Erreichen des Meistertitels, im Namen des Vereins!

Dankenswerterweise hat uns Simon seine Partien zur Verfügung gestellt. Im Folgenden findet ihr den vorentscheidenden Sieg gegen David Wendler:

Eine Übersicht aller Turnierdaten findet sich auf den Seiten der Württembergischen Schachjugend:
Klick mich!

Strahlender Sieger!

Kommentare

Erfolgreiche WJEM 2018 [Update: jetzt mit kommentierter Partie] — 2 Kommentare

  1. Was wäre es in Simons Partie eben doch mit 23. Lxa7 (vermutlich „??“ laut Computer) Ta8 24. Lb7 Txa7 25. Lxc6
    Weiß kriegt zwar nur zwei Bauern für die Figur, hat aber drei verbundene Freibauern. Vermutlich entscheidet, dass sie zu langsam sind, während sich das schwarze Zentrum bewegt, aber „Lxa7 droht wegen Ta8 nicht“ liest sich für mich so, als ob das nicht einmal bedacht wurde. Ist es so abwegig?

    Vermutlich ist es objektiv betrachtet schlecht, aber in einer eigenen Partie würde ich es als weißer zumindest überlegen und auch als schwarzer hätte ich ein wenig Sorge, wenn ich Tab8 spiele. Bitte keine Computervarianten posten, denn Computer spielen hier nicht gegeneinander. Mein Gefühl sagt mir, dass das sogar recht gut wäre, wenn die Freibauern etwas weiter nach vorne gerückt wären – dass es so aber vermutlich nicht reicht. Gegen die Bauern spielen will ich aber auch nicht….

    Herzliche Grüße
    Jochen

    Herzliche Grüße nach Heilbronn
    Jochen

  2. Ich hätte mich mit der Figur mehr sehr wohl gefühlt, vor allem dank dem Läuferpaar und dem starken Zentrum. In der Tat habe ich das nicht weiter beachtet, was einerseits an der mangelnden Zeit lag, andererseits auch daran, dass Weiß objektiv einfach zu wenig für die Figur hat.