Magic M.: Nicht Entwickeln, mit dem König vor die Bauern rennen und – Gewinnen!

Knapper Sieg der zweiten Mannschaft gegen favorisierte Marbacher

Gleich zum Jahresbeginn am startete die zweite Heilbronner Mannschaft mit der fünfte Runde in
der Landesliga. Wir empfingen die starke Gäste aus Marbach am Neckar.
Unsere Mittelachse fehlte komplett und wir hatten Mühe eine landesligataugliche Mannschaft
(DWZ-Schnitt 1880) an die Bretter zu bringen. Nicht ganz unerwartet trat unser Gegner in
Bestbesetzung an (DWZ-Schnitt 1963) und die Schillerstädter waren dadurch klarer Favorit. Doch
die Papierform ist nicht alles und bei den Käthchenstädtern stimmte Kampfgeist und Einstellung.
Robert Bühler hat anscheinend auf seiner Fahrt aus den tiefen Wäldern des schwäbischfränkischen
Naturparks hinunter ins warme Unterland beim Limesübertitt römische Grundsätze
übernommen: Er kam, sah und siegte! In cäsarischer Manier warf er seinen Turm in den Kampf:
Zuerst von e1 nach e5 um den Marschallbauern zu erobern, dann wieder zurück nach e1 zur
Sicherung der Grundreihe, anschließend wieder vorwärts nach e4 und im nächsten Zug dann
seitwärts nach h4 zur Abdrängung der feindlichen Heeresführerin. Von dort ging es weiter nach h6
mit Druck auf den schwarzen Monarchen und Bedrohung des ungedeckten Läufers auf d6. Im
Marschallgambit sind dies bekannte Manöver und die Partie folgte lange den Theoriepfaden. Dann
griff der Marbacher Jürgen Klemm mit dem Kamikazezug 19. … Ld6xg3 fehl:

Mit welcher Kombination eroberte Imperator Robert hier zwei Bauern und behält die überlegene
Stellung?

Nur wenige Züge gewann Robert einen dritten Bauern und sein Gegner warf ihm die Waffen zu
Füßen. Eine starke Leistung von Robert, der mit 4/4 unser Topscorer ist.
Diese 1-0 Führung verteidigte der Rest der Mannschaft zäh und geschickt.
Nach und nach wurden Unentschieden gegen DWZ stärkere Gegner vereinbart:
Ersatzmann und Landesligadebütant Daniel Schäfer an Brett 8 erreichte genauso problemlos die
Punkteteilung wie Christian Biefel an vierten Tisch. Kim-Luca besann sich nach dem Remisgebot
seines Widersachers Hans Dieter Taxis zwar ein wenig, willigte dann ein. Ihr Berichterstatter
spielte an Brett 5 gegen Uwe Rapp und wiederholte in blockierter Stellung dreimal Züge – noch ein
halber Punkt.
In der Zwischenzeit wurde Patrick am vordersten Brett vom Marbacher Spitzenspieler Bernhard
Lach sehenswert ausgeopfert und musste aufgeben. Der Gleichstand währte allerdings nicht
lange, denn Marcel gewann an Brett 3 eine Figur mit Gewinnstellung.
An dieser Stelle muss man unserem Lernenden und Lehrenden Marcel doch bitten, seine eigenen
Partien nicht im Jugendtraining zu zeigen, oder falls doch, dann bitte „zur Abschreckung“. Nach 11
Zügen standen bis auf den abgetauschten weißfedrigen Läufer noch alle seine Figuren auf der
Grundreihe. Wie war das mit „Figuren entwickeln“? Im späteren Verlauf rannte „Magic’s king“ vor
seine eigene Bauern mit dem Ziel den gegnerischen König matt zu setzen! Das Unternehmen
gelang, sein Gegner wusste sich nur dadurch zu wehren, dass er seine Zeit ablaufen ließ:
Verdienter Sieg für Marcel!
Nun blieb nur noch die Partie von Jürgen gegen Jörg Rabl am Brett 2. Jürgen musste seinen
dreifach angegriffenen und vereinzelten Randbauern auf a3 mit der, sagen wir einmal:
unorthodoxen, Figurenaufstellung Ta1 und Ta2 sowie Sb1 verteidigen. Diese eigenartige
Verteidigung hielt und hielt und hielt. An Ende blockierte Jürgen erfolgreich einen gegnerischen
Freibauern auf b2 und erreichte sogar noch eine Gewinnstellung. Nach langen
Verteidigungskünsten fand Jürgen dann keinen Gewinnweg mehr und forcierte das Remis. Sehr
mannschaftsdienlich!
In der Endabrechnung gelangen uns ein knapper 4,5 – 3,5 Sieg. In der Tabelle stehen wir nun
gesichert auf Platz 3. In der nächsten Runde kommt es zum Verfolgerduell gegen den
Zweitplatzierten in Neckarsulm.

Lösung:
20. Dxg4 Dxg4 21. Sf6+ Kg7 22. Sxg4 Lxg4 23. Lxg5 (der erste Bauer) Lc7 24. Txc6 (der zweite
Bauer)


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