19. Nikolaus-Jugendopen: Neue Halle, klare Verhältnisse

Zweimal mussten wir in die Neckarhalle ausweichen, aber am letzten Samstag stand uns mit der Biberacher Böllingertalhalle endlich wieder ein repräsentativer Spielort für unser Traditionsturnier zur Verfügung – und der lockte fast 270 Kinder und Jugendliche aus Nah und Fern nach Heilbronn!

Blick in den Turniersaal des 19. Heilbronner Nikolaus-Jugendopens

Fast 270 Kinder und Jugendliche brüten über den Brettern

Die gewohnten Teilnehmerzahlen jenseits der 300 haben wir zwar (noch) nicht wieder erreicht, aber eine Steigerung von über 20% im Vergleich zum Vorjahr in der (zu) kleinen Neckarhalle kann sich sehen lassen. Entsprechend mehr Arbeit wartete daher auch auf unsere vielen ehrenamtlichen Helfer: Im Rampenlicht auf der Bühne, mittendrin als Gruppenleiter, hinter der Theke oder hinter den Kulissen – ohne Euren (zum Teil jahrzehntelangen!) Einsatz gäbe es unser Turnier nicht, daher an dieser Stelle nochmals vielen Dank!

Trotz der größeren Konkurrenz verlief der sportliche Teil des Turnieres überraschend klar: Lediglich in der Gruppe 2 musste sich die Turniersiegerin einmal geschlagen geben (mehr gab sie dann aber auch nicht ab); in der U8 und U14 schaffen die Sieger sogar alle Neune! Für die weiteren Pokalränge mussten wir dann doch hin und wieder die Feinwertung bemühen, aber erstmal der Reihe nach die Highlights:

Die U8 wurde von Anfang bis Ende von Luca Hanson Huang (SK Mannheim-Lindenhof) dominiert, der mit perfekter Ausbeute und 1.5 Punkten Vorsprung bereits eine Runde vor Schluss als Sieger feststand. Halb- beziehungsweise drittelwegs mithalten konnte nur Enias Schirmer (SV Walldorf), der in der 4. Runde am Turniersieger scheiterte und drei Runden später auch effektiv das Spiel um Platz 2 verlor, somit mit 7 Punkten auf dem dritten Platz landete. Gut für uns, Enias‘ Gegner jener Partie war nämlich unser Neumitglied Calvin Wolff, der nach einem Auftaktremis nichts (naja, fast nichts – gegen Mr. 100% war das Ergebnis rückblickend ja klar) mehr abgab und sich mit 7.5 Punkten den 2. Platz sicherte. Ebenfalls sehr erfreulich aus Heilbronner Sicht war die Teilnahme gleich dreier weiterer Spieler/innen: Anastasia verfehlte bei ihrem NJO-Debüt mit 4.5 Punkten die Top-10 nur knapp aufgrund der schlechteren Feinwertung; Aaron (4) und Michelle (3) haben hoffentlich auch Gefallen am „königlichen Spiel“ gefunden und bleiben dabei.

Nicht nur in der U10 könnte man fast an einen Heimvorteil glauben, „leider“ steht die Böllingertalhalle im Stadtteil Biberach, daher gingen wir dieses Jahr bezüglich Turniersiegen leer aus. Rodrigo Melzig (SF HN-Biberach) ließ nur gegen den U8-Vorjahressieger Maximilian Shkundin (TuS Makkabi Frankfurt) einen halben Punkt liegen bzw. hielt Letzteren auf Distanz und gewann das Turnier mit beachtlichen 8.5 Punkten. Maximilian kam in der Endabrechnung durch eine Niederlage gegen Jolie Youness (SF Bad Mergentheim; 6/9, 5. Platz) „nur“ auf 7.5 Punkte, das war aber mehr als genug für den 2. Platz vor Julian Schüller (SK Sachsenheim) mit 7 Punkten. Bester „Stadt-Heilbronner“ (also vom HSchV) wurde hier Tadeo Kufleitner (noch kein halbes Jahr im Verein!) mit 6 Punkten auf Rang 12; unsere anderen beiden „Neulinge“ Richard Walter und Josephine Bergfeld kamen auf 3 bzw. 1.5 Punkte.

Ein ähnliches Bild in der U12; auch hier gab der Sieger Nikolas Wildermuth (SG KK Hohentübingen; bei dem Namen kein Wunder, dass er das Nikolaus-Jugendopen gewinnt!) nur gegen den Zweitplatzierten Mischa Foksha (VfL Sindelfingen) ein Remis ab; da Letzterer bereits vorher schon einen ganzen Zähler verloren hatte, ergibt das also 8.5 bzw. 7.5 Punkte und somit den jeweils ungeteilten 1. und 2. Platz. Die Entscheidung zwischen Silber und Bronze fiel allerdings erst in der letzten Runde, in der sich Mischa gegen Colin Ensslinger (SF Schwaigern) durchsetzte, der alle anderen Partien gewann und somit 7 Punkte holte. Noch knapper als Anastasia in der U8 verfehlte Felix Hagenmeyer die Top-10; ihm wurde ein magerer Buchholzpunkt zum Verhängnis – mit 6 Punkten spielte er aber trotzdem ein gutes Turnier! Dennis Birke und Albion Molliqaj blieben mit 5 Punkten auch noch oberhalb der 50%; Florian Saitler ist erst seit gut zwei Monaten dabei und schlug sich mit 2.5 Punkten ebenfalls gut.

In der U14 mal wieder Heimvorteil und nein, wieder nicht für den HSchV, auch wenn wir hier nahe rankamen: Der zweite Mr. 100% des Tages heißt Noah Geltz (SF HN-Biberach) und er wurde deutlich länger gejagt als sein U8-Pendant: Erst in der 6. Runde konnte er sich vom stark aufspielenden Justus Link (SC Bad Wimpfen) absetzen; letzterer brauchte danach wohl noch ein Remis gegen (den 100 DWZ-Punkte stärkeren!) Hagen Zwecker (SV Walldorf) zum Verschnaufen, gewann den Rest und wurde mit 7.5 Punkten Zweiter. Damit sogar die ersten drei Plätze im Schachkreis Heilbronn(/Hohenlohe) bleiben, holte Nikolas Sawadski (HSchV) 7 Punkte und wurde Dritter vor Nina Kunisch (TV Großostheim) und der ebenfalls stark aufspielenden Luana Hermann (SF Schwaigern) mit jeweils 6.5 Punkten. Für den zweiten Heilbronner (SV-)Eintrag in den Top-10 sorgte Leonard Sawadski mit 6 Punkten; Eric Krohmer und Ardit Molliqaj (je 5 Punkte) liefen Seite an Seite auf Platz 18 und 19 ins Ziel ein. Jannis Hagenmeyer blieben „dank“ einer Schlussrundenniederlage 50%; Marcello Schweiker erspielte sich in seinem ersten Turnier ganze 4 Punkte (bzw. vier ganze Punkte) und Johannes Rupp erreichte 3.5 Punkte.

Je älter die Spieler, desto ausgewogener wird in der Regel auch die Spitze, dementsprechend beträgt der Abstand zwischen den Plätzen 1-3 in der U16/U18 nur jeweils einen halben Punkt. Auch hier können wir (und/oder Biberach) wieder laut „Heimvorteil“ schreien: Die Ex-Biberacherin Annmarie Mütsch (jetzt SC Eppingen) startete mit einem ganzen DWZ-Punkt Vorsprung ins Turnier; am Ende hatte sie 8 aus 9 und 0.5 „echte“ Punkte Vorsprung auf Platz 2. Dieser ging an unseren Lokalmatador Simon Degenhard (HSchV, aber früher auch Biberach, also bezüglich Heimvorteil immerhin mit Annmarie ausgeglichen) mit 7.5 Punkten; ihm fehlte am Ende der ganze Punkt gegen Annmarie und ein Halber gegen den Drittplatzierten Jens Hoffmann (früher und auch jetzt noch Biberach, also ebenfalls Heimvorteil), der auf 7 Zähler kam. Zwei weitere Heilbronner Top-10-Platzierungen schafften unsere Landesliga-erfahrenen Severin Bühler und Kim-Luca Lahouel mit jeweils 6 Punkten; knapp dahinter Daniel Schäfer mit 5.5 – wird es bald eng in der 2. Mannschaft?! Ähnlich lange auf der Welt, aber noch nicht ganz so lange schachlich aktiv sind Lukas Dietzel, Denis Kübler und Markus Rupp, die mit 4.5, 4 und 3 Punkten abschlossen.

Mit 7 Punkten hätte man es in allen bisher erwähnten Gruppen auf den 3. Platz geschafft; in der „Königsklasse“ U25 reicht so eine Ausbeute zum Turniersieg! Die Schlüsse daraus mag jeder selbst ziehen; immerhin hatte es der Setzlistenfavorit Adrian Gschnitzer (SV Walldorf) in der letzten Runde selbst in der Hand, diese Kennziffer seiner Gruppe auf 7.5 Punkte zu heben. Daraus wurde aber nichts, er verlor sogar und wurde auf der Zielgeraden von Philipp Müller (SK Rochade Augsburg) überholt – übrigens sein vierter Turniersieg! Da es gleichzeitig aber auch Philipps letztes NJO war, darf der Internationale Meister und Bundesligaspieler Hannes Rau aufatmen: Dessen Rekord (sechs Teilnahmen – sechs Turniersiege) hat Bestand und dürfte in absehbarer Zeit auch kaum einzuholen sein (vor allem wenn man sich das Verhältnis Turniersiege zu Teilnahmen ansieht!). Auf dem 2. Platz dann Adrian Gschnitzer mit 6.5 und einem Buchholzpunkt Vorsprung vor Tobias Hermann (SF Schwaigern). Undankbarer Vierter, dafür bester Heilbronner und Ratingpreisträger wurde Christian Biefel mit 6 Punkten; ebenfalls in der Top-10 landete Marcel Mikeler mit 5.5 Zählern. Dai „Last-Minute“ Tanaka hätte sich mit einer früheren Anmeldung einigen Nervenkitzel ersparen können; letztlich holte er in dem starken Feld 2 Punkte.

Die Fortschrittstabellen aller Gruppen sowie die Sieger der Rating- und Sonderpreise finden sich wie immer auf unserer Turnierseite; Fotos vom Turnier und der Siegerehrung sind ebenfalls online. Den Sieger des Teamcups (beste vier Teilnehmer eines Vereins/einer Gruppe) dürften die aufmerksamen Leser/innen aber bereits erraten haben.


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