Tja…

Nach den durchweg erfolgreichen letzten Wochenenden (Qualifikation für den KO-Pokal auf Verbandsebene, Vizemeisterschaft der Vierten, Klassenerhalt der ersten und dritten Mannschaft sowie die mittlerweile 14. Qualifikation unserer Jugendmannschaft zur Deutschen Meisterschaft) wollte heute auch unsere Zweite ihre Saison mit dem Klassenerhalt in der Landesliga abschließen. Und dafür hatten wir uns anhand des Tabellenstandes gleich mehrere Pläne „vorbereitet“:

Pl.Mannschaft12345678910SpMPBP
1SG Ludwigsburg 1**3,56,04,57,07,06,57,06,581448,0
2SF Kornwestheim 14,5**4,05,55,54,06,05,54,581439,5
3SC Neckarsulm 14,0**3,55,54,06,54,05,04,581137,0
4SV Marbach 12,02,54,5**4,05,06,03,55,58933,0
5TSG Öhringen 13,52,52,54,0**4,54,56,04,58932,0
6Heilbronner SV 21,04,03,03,5**3,56,56,55,08733,0
7TSV Willsbach 11,04,01,53,54,5**3,54,57,08729,5

8

SC Bad Wimpfen 11,52,04,02,01,54,5**4,05,58625,0

9

SV Böckingen 11,02,53,04,52,01,53,54,0**8322,0

10

SK Bietigheim-Bissingen 11,53,53,52,53,53,01,02,5**8021,0

Plan A ist klar: Wir nehmen dem Tabellenzweiten und Beinahe-Aufsteiger Kornwestheim einfach mindestens 4 Brettpunkte ab, was uns einen uneinholbaren Vorsprung vor dem fatalen 8. Platz sichert.

Für den Fall, dass Plan A fehlschlagen sollte, gibt es Plan B: Marbach gewinnt gegen Willsbach, sodass uns ein halber Brettpunkt gegen Kornwestheim für den Klassenerhalt reicht.

Für den Fall, dass auch Plan B fehlschlagen sollte, gibt es Plan C: Öhringen spielt gegen Bad Wimpfen mindestens unentschieden, sodass wir vor Bad Wimpfen und somit in der Landesliga bleiben.

Mit der Prognose des allwissenden Orakels von Delphi Liga-Orakels von Bad Homburg im Rücken, das uns immerhin eine 96%ige Wahrscheinlichkeit für den Klassenerhalt prophezeite, reisten wir also optimistisch und fast in Bestbesetzung zur zentralen Schlussrunde nach Freiberg.

Dort angekommen, erlitten die Pläne B und C bereits zu Beginn einen Dämpfer: Sowohl Marbach als auch Öhringen traten nur zu siebt an (letztere waren tatsächlich in Bestbesetzung da, nur leider halt minus dem kurzfristig erkrankten Scholz), sodass Willsbach und Bad Wimpfen jeweils mit einem 1:0 in ihre Kämpfe starteten. Aber macht nichts, wir haben ja noch Plan A.

Und Plan A lief anfangs auch nach Plan: Patricks Gegner bot bereits im 16. Zug Remis an, stellte jedoch mit ebendiesem Zug einen Bauern ein und streckte bereits drei Züge später die Waffen! Kim-Luca kam nach ein paar unklaren Verwicklungen mit einem klaren Mehrbauern heraus, sodass Ole und ich Remis anboten bzw. annahmen. Stand 2:1 also mit wie gesagt klarem Vorteil bei Kim-Luca. Auf Severins Königsstellung rollte zwar bald eine Bauernwalze zu und Christian stand etwas gedrückt und litt ein wenig unter einem isolierten Randbauern, dafür kam auch Simon mit leichtem Vorteil aus der Eröffnung und bei Thomas am Spitzenbrett war ebenfalls alles im grünen Bereich, symmetrische Bauernstellung und vielleicht einen Hauch mehr Aktivität. Läuft.

Willsbach erhöhte alsbald auf 3:1, jedoch mit einer wackligen und zwei mindestens klar schlechteren bis verlorenen Stellungen, während sich am letzten Tisch die ersten Vorteile und Mehrbauern für Öhringen abzeichneten. Plan B war also noch nicht ganz tot und Plan C lebte auch noch.

Die nächsten Entscheidungen fielen kurz vor der Zeitkontrolle: Severin verpasste den richtigen Moment, sich dem gegnerischen Aufmarsch entgegenzustemmen und konnte seine Königsstellung nicht mehr zusammenhalten, dafür wählte Simons Gegner die falsche Zugreihenfolge für sein Qualitätsopfer – bei korrekter Ausführung hätte er Ausgleich bekommen, in der Partie stand Simon dann auf Gewinn und musste nur ein bisschen auf latente Mattdrohungen auf der langen Diagonale aufpassen. Also 2:2 mit Gewinnstellung Simon und guter Stellung bei Thomas; nur bei Kim-Luca erwies sich die Verwertung des Mehrbauern schwieriger als gedacht. Was machen denn die anderen Mannschaften?

Marbach hatte zwischenzeitlich zum 3:3 ausgeglichen und es sah alles nach einem knappen Marbacher Sieg aus – bis ihr Brett 6 in klar besserer (oder sogar gewonnener?) Stellung die Dame einstellte! Für Willsbach bedeutete das den Klassenerhalt, an dieser Stelle also herzlichen Glückwünsch! Für uns war damit Plan B gestorben, aber wir haben ja noch Plan C und Plan A.

Die nächste Entscheidung fiel am Spitzenbrett und sie war symptomatisch sowohl für den heutigen Spieltag als auch für unsere gesamte Saison:

Ein wirklich schönes Finish des Kornwestheimers und offenbar der Dammbruch für weitere Wendungen: Öhringen schaffte es nicht, alle vorteilhaften Stellungen zu verwerten, und kurz nach der Zeitnotphase stand es dann 4,5:2,5 für Bad Wimpfen. So viel also zu Plan C, aber wir haben ja noch Plan A.

Simon verwertete seine Mehrqualität souverän und glich wieder zum 3:3 aus, sodass nun alles an Christian und Kim-Luca hing. Bei letzterem war der Mehrbauern mittlerweile wieder verschwunden, sodass man wohl nur noch von optischem Vorteil sprechen konnte, aber selbst das wäre zu einem entscheidenden Zeitpunkt genug gewesen. Christian hatte nämlich seinen schwachen Bauern mittlerweile verloren, sich aber hartnäckig verteidigt und nach einem gegnerischen Fehler war das Remis zum Greifen nah:

Das wäre es gewesen, aber die Idee hinter und unglaubliche Stärke von …Th8 ist nun wahrlich nicht offensichtlich! Daher kein Vorwurf an Christian, der zwar noch kämpfte wie ein Löwe, aber das Turmendspiel nicht mehr halten konnte. In der Zwischenzeit war Kim-Lucas Partie komplett gekippt, sodass nach 5,5 Stunden Spielzeit die 3:5-Niederlage amtlich war. Somit zog nun auch Bad Wimpfen an uns vorbei (auch wenn es uns wehtut: Gratulation zum Klassenerhalt!) und wir beenden die Landesliga-Saison 2016/17 mit 7:11 Mannschaftspunkten und 36:36 (!) Brettpunkten auf dem 8. Platz.

Nun richteten sich alle Heilbronner Augen nach Ingersheim und Grunbach (bzw. ins Internet auf die Seiten des Ergebnisdienstes), wo heute mit den Paarungen Ingersheim-Lauffen und Grunbach-Feuerbach die entscheidenden Duelle im Abstiegskampf der Verbandsliga anstanden: Bei einem hinreichend knappen Ingersheimer Sieg sowie einer ebenso knappen Niederlage Feuerbachs könnten sich nämlich sowohl Ingersheim als auch Lauffen in der Verbandsliga halten, was wiederum die Anzahl der Absteiger aus unserer Landesliga reduzieren würde – unser 8. Platz würde dann doch noch für den Klassenerhalt reichen. Aber gegen 16 Uhr war dann alles klar: Feuerbach gewann zu siebt in Grunbach und besiegelte damit den Abstieg der Ingersheimer, die gegen Lauffen nicht über ein 4:4 hinauskamen schaffte damit den Klassenerhalt, während Ingersheim, die gegen Lauffen nicht über ein 4:4 hinauskamen, wieder in unsere Landesliga absteigen.

Und somit endet nach zwei Jahren das Landesliga-Abenteuer unserer 2. Mannschaft – letztlich verdient; wir hatten die Punkte teilweise auf den Brettern, den Sack jedoch einfach zu oft nicht zu gemacht und das rächt sich halt irgendwann. Jetzt heißt es Wunden lecken und nächste Saison das Projekt Wiederaufstieg angehen – We’ll be back!


Kommentare

Tja… — 2 Kommentare

  1. Sehr schade. Mit dem richtigen Kampfgeist ist der Wiederaufstieg aber machbar!

    Randinformation: Es hätte tatsächlich nur Ingersheim gewinnen müssen, wie mir Philipp Müller gesagt hat. Denn bei einem 4,5 der Ingersheimer wäre Stuttgart II abgestiegen (zusammen mit Grunbach, Hall und Backnang), was die Zweite gerettet hätte.
    Neben dem eigenen Versagen standen dann wirklich alle Sterne in so einer ungünstigen Konstellation, dass es wohl so kommen musste…

    • Hi Enis,

      danke für den Hinweis; ich habe die entsprechende Passage oben korrigiert. Das macht das Ganze also noch ein kleines bisschen bitterer, aber so ist es jetzt halt nun mal.

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