Heilbronn und Holland…

…haben doch nichts gemeinsam, außer dass beide Nomen mit einem „H“ anfangen, oder? Na dann mal sehen!

Gestern spielten sowohl die Senioren in der letzten, also quasi „Final-„Runde als auch die KO-Pokal-Mannschaft in einem wirklichen Finale.
Die Senioren legten dabei früh los. Gegen die ausgeglichen aufgestellten Tübinger verlor Detlef Offergeld zuerst, aber er nahm es mit Humor und sagte, er hätte die Gegner früh in Sicherheit gewogen. Rolf Wunderlich konnte seine Überlegenheit am ersten Brett demonstrieren. Nikola Vintonjak holte einen ebenfalls wichtigen Punkt ein Brett weiter hinten. Mannschaftsführer Reiner Scholte besiegelte mit seinem Remis den Mannschaftssieg. Mit einem positiven Punktekonto von 6-4 landeten die Senioren auf einem starken 5. Platz unter 16 Mannschaften, was gerade für unsere „junge“ (haha) Seniorenmannschaft ein Erfolg ist, unter den ganzen etablierten Teams wie Stuttgart oder Willsbach.
Senioren.

Um 14 Uhr war es dann zuhause soweit, die Qualifikation für die Verbandsebene war zwar schon geschafft, aber den Pokal wollten wir natürlich trotzdem holen, wenn wir es schon ins Finale schaffen. Robin, ich, Simon Weißbeck und Marcel traten für uns an und hatten es mit Julian Maisch, Joshua Lüdke, Till Heer und dem jungen Tobias Kölle zu tun.
Joshua redete anfangs scherzhaft vom Remis, als Anspielung auf meinen Bericht vom KO-Pokal-Halbfinale, bei welchem sein damaliger Gegner Gerhard Junesch drei Mal Remis ablehnte und noch verlor. Also fühlte ich mich gleich einmal herausgefordert und spielte mit Weiß ein halbkorrektes Gambit. Mein Gegner gab den Bauern für schnelle Entwicklung zurück und lehnte die von mir gestellte Herausforderung gleich mal ab. Jedoch gab er mir die Gelegenheit zu einem fast-korrekten Figurenopfer, bei welchem er die beste Fortsetzung nicht sah. Nach ewigem Rechnen sagt die Engine -0,2, was also noch völlig spielbar für beide Seiten ist trotz Minusfigur. In der Partie hatte ich jedoch einfach einen Bauern mehr. Als auch noch der schwarze Bauernschutz vorm König entblättert wurde, war die Partie gelaufen und wir gingen in Führung.
Die Führung währte aber nicht lange. Marcel bekam als Einziger nicht seinen erwarteten Gegner und es kam 1. d4 statt dem vorbereiteten 1. e4. Es entstand ein gewöhnlicher Damengambit-Stellungstyp, in dem Marcel sehr viel Zeit verbrauchte. Diese Zeit fehlte ihm dann beim Übergang ins Endspiel. Plötzlich hatte Weiß einen gut unterstützten Freibauern auf b6 und die Partie ging nicht mehr lange.

Der Rest des Matches erinnerte eher an eine Tragikomödie.
Robin spielte eine…Robin-Eröffnung halt und erhielt eine Robin-Stellung. Als er dann eine Robin-Fortsetzung finden musste, um Vorteil zu sichern, spielte er ungewohnt auf Sicherheit bedacht und bereitete die lange Rochade auf Kosten seines Mehrbauern vor. In der Folge tauschten sich drei Paare ab, die Damen, ein Turmpaar und noch ein Bauernpaar. Zwar hatte Julian Maisch einen gedeckten Freibauern auf e5, aber sein Läufer harmonierte nicht gut damit und Robin nervte Weiß am Damenflügel.
Zur gleichen Zeit, wie das Endspiel an Brett 1 entstand, gewann Simon zwei Figuren gegen einen Turm, nachdem er seinen Gegner auf den schwarzen Feldern gut unter Druck gesetzt hatte. Also dachte sich Robin, dass er nicht mehr zu spielen brauchte und an Brett 1 gab es ein Remis.
Wirklich punktgenau nach Remisschluss stellte Simon durch einen Patzer eine seiner Figuren ein. Sehr unglücklich. Die Verwertung des Vorteils machte dem Schwarzspieler keine Probleme.
Somit holten wir auch hier den 2. Platz, wie im Unterlandpokal 2016. Hoffen wir mal, dass wir im Bezug auf Pokalturniere nicht das Holland des Schachs werden. Andererseits haben wir im KO-Pokal eine exorbitante Verbesserung erreicht und die Qualifikation für die Verbandsebene erreicht, also meckern wir mal nicht.
Noch einmal hier Glückwunsch an Kornwestheim!
KO-Pokal.


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