Mini-Chance am Leben erhalten

Wir haben Ende Juni und während sich im Erwachsenenbereich bereits die Aufstellungen für die Saison 2016/17 abzeichnen, kämpfen die Jugendlichen noch um Aufstieg, gegen den Abstieg oder um sonst etwas, von der BW-Liga bis in die Kreisjugendliga runter.

In der Bezirksjugendliga war die Lage optimal. Mit drei 5:1-Siegen und ausstehenden direkten Duellen gegen die Verfolger aus Willsbach und Böckingen sowie dem Aufbieten der fast-besten Mannschaft konnte eigentlich nichts mehr schiefgehen in Sachen „Meisterschaft Bezirksjugendliga“. Traditionell werden die letzten beiden Runden der Bezirksjugendliga in einer zentralen Endrunde ausgetragen, so waren dieses Jahr die Forchtenberger mit der Ausrichtung beschäftigt. Gut ging es nicht los, so bekamen wir Freitag Abend den Anruf, dass wir doch 10 Spielsätze mitbringen sollten, da die Forchtenberger zu wenig Material zusammenbekommen haben. Gut, dass ich beim Jugendtraining zufälligerweise die alten DGT XL-Uhren aus dem Erwachsenenspielbetrieb dabei hatten, die wir letztens durch neue Uhren ersetzt haben!

In der Aufstellung Severin Bühler, seines Zeichens (ehemaliger) Gastspieler, Jonas Dudt, Daniel Schäfer, Maximilian Breitenbach, Denis Kübler und Lukas Dietzel gingen wir als Favoriten in beide Spiele. Gegen die direkten Konkurrenten aus Willsbach (bis dato ebenfalls 3 Siege) konnten vor allem die „Alten“ ihre Rolle ausspielen, so gewannen wir an den Brettern 1-4, verloren dafür jedoch an den Brettern 5 und 6. Dennoch ein verdienter 4:2-Erfolg und quasi die Meisterschaft, da Böckingen zeitgleich 2:4 gegen 5 Neckarsulmer verlor!
Möglicherweise war aufgrund dieser Gewissheit die Luft etwas raus. Vielleicht benutzten die Böckinger auch die gewiefte Neckarsulmer Taktik, denn sie traten in Runde 5 gegen uns auch nur mit fünf Spielern an! Damit erreichte Severin zwar ungefährdete 100% an Brett 1. an den anderen Brettern lieferten die Böckinger aber einen großen Fight. Dafür wurden sie auch belohnt, denn unsere „Etablierten“ verloren 2,5:3,5 gegen Böckingen! Ein zum Nachdenken anregendes Ergebnis – dennoch durften sich die Jungs über die Meisterschaft und den (wahrscheinlichen) Aufstieg in die Verbandsjugendliga freuen. Herzlichen Glückwunsch! Auch Respekt an unsere „Kleinen“ wie eben Denis Kübler und Lukas Dietzel (die Liste der Namen lässt sich weiterführen), die sich wacker geschlagen haben!

2. Jugendmannschaft.

Mit etwas Wehmut ging es in die vorletzte Runde der BW-Jugendliga. Tatsächlich war die Chance, sich noch für die Deutsche Vereinsmeisterschaft U20 zu qualifizieren, aufgrund der etwas peinlichen Niederlage gegen Bebenhausen verschwindend gering. Für Mannschaftsführer Patrick Wenninger besonders schmerzhaft, da er für 2016/17 aufgrund seines Alters nicht mehr zur Verfügung stehen wird.
Dennoch ging es in Top-Besetzung nach Karlsruhe, einen der direkten Konkurrenten um die begehrten Qualifikationsplätze. Die erste positive Nachricht war, dass es wieder drei Qualifikationsplätze für Baden-Württemberg geben wird, sodass die Chance zur Qualifikation theoretisch existent blieb.
Selbstverständlich musste zur Wahrung dieser Chance ein Sieg her. Nach der Blamage gegen Bebenhausen war es umso weniger selbstverständlich, in Karlsruhe zu gewinnen, da die Nordbadener seit Jahren eine schlagkräftige Truppe aufbieten können. Und wer dann sah, dass an Brett 1 Abtausch-Französisch gespielt wird, hätte fast den Glauben verlieren können.

Glücklicherweise nur „fast“. Denn tatsächlich gewann Tobias Peng an Brett 1 aus einer „toten“ Stellung heraus, da sein Gegner sich einen kleinen taktischen Patzer erlaubte. Dies beflügelte den Rest des Teams. Kim-Luca schob sein dominantes Zentrum nach Hause und quetschte den Gegner zum Materialverlust. Patrick zeigte sich erholt von seiner unnötigen Niederlage gegen Bebenhausen und überspielte seinen Kollegen aus einer soliden Position heraus gekonnt. Marcel sicherte den Mannschaftssieg mit einem sicheren Remis ab, auch wenn es Momente gab, in denen er um des Sieges willen mehr riskieren konnte – am Ende ging dann die Mannschaft vor. Im Hinblick auf den Mannschaftssieg fielen die Niederlagen von Simon und Dmitry an sich nicht ins Gewicht, dennoch tun sie weh, da es jetzt auch auf Brettpunkte ankommen wird.
Ein knapper, jedoch verdienter und befreiender 3,5:2,5-Sieg gegen Karlsruhe, der die theoretische Chance wahrt – und dank der Schützenhilfe anderer Vereine in eine praktisch greifbare Chance umwandelte!

So ging Baden-Baden gegen Sasbach mit 1:5 unter, wodurch wir Baden-Baden bereits überholt haben (wir haben 19,0 Brettpunkte und damit 1,5 BP Vorsprung) und nur noch einen Mannschaftspunkt hinter dem Drittplatzierten Karlsruhe (7 Mannschaftspunkte, 20,0 BP) sind! Die Brisanz der letzten Runde wird dadurch erhöht, dass Eppingen ebenfalls verlor – völlig überraschend gegen Hohentübingen! Eppingen bleibt damit als Zweitplatzierter bei 8 MP und 19,5 BP in unserer Schlagdistanz.
Um das Drama dann noch auf die Spitze zu treiben, ist für die letzte Runde das Duell Eppingen gegen Karlsruhe angesetzt. Schachgöttin Caissa hat wohl einen Hang dazu, Nervenzusammenbrüche zu verursachen. Unser Team spielt am 9. Juli zuhause gegen den Tabellenletzten und sicheren Absteiger Göppingen. Mit Tabellenletzten haben wir bis jetzt keine guten Erfahrungen gemacht…

Die Rechenfanatiker werden es schon beim Lesen dieser Zeilen im Kopf berechnet haben: Um sich sicher für die DVM 2016 zu qualifizieren, benötigt die Mannschaft einen 4,5:1,5-Sieg. Einerseits muss man zu Karlsruhe in Sachen Brettpunkten aufschließen, andererseits sitzen uns Hohentübingen (gegen Sasbach) und vor allem Baden-Baden (gegen Bebenhausen) tief im Nacken.
Der Meister dieses Jahr wird Sasbach heißen – einer der beiden anderen Qualifikanten wird dann noch Eppingen oder Karlsruhe heißen – werden wir der lachende Dritte sein?

1. Jugendmannschaft.


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