Ein fast perfektes Wochenende [Update mit Bildern]

Mit insgesamt vier Mannschaftskämpfen können wir uns dieses Wochenende definitiv nicht über zu wenig Schach beklagen – und über die Ausbeute eigentlich auch nicht:

Am Samstagmorgen trat zum ersten Mal in der jüngeren Vereinsgeschichte eine Heilbronner Seniorenmannschaft an die Bretter. In Neckarsulm gelang uns dabei ein überzeugendes Debut: Lediglich Gastspieler Nikola Vintonjak musste sich geschlagen geben; dank der Siege von Uli Schulze, Reiner Scholte und dem zweiten Gastspieler Detlef Offergeld nahmen wir 2 Mannschaftspunkte mit nach Heilbronn.

Dort empfing unsere 1. Jugendmannschaft die „Königskinder“ aus Hohentübingen. Nach der unglücklichen Auftaktniederlage bei den favorisierten Baden-Badenern sollten gestern auf jeden Fall Punkte her, da in der Liga dieses Jahr mit den weiteren Schwergewichten aus Eppingen und Sasbach ein deutlich härterer Wind weht. Obwohl es an manchen Brettern zwischendurch ziemlich kritisch aussah, stand uns das Glück bei, sodass am Ende gegen die etwas ersatzgeschwächten Gäste ein 5:1-Sieg heraussprang.

Generell sorgen die Auslosungen der unterschiedlichen Spielklassen diese Saison für einige Kuriositäten, da war es nur passend, dass nach dem doppelten Heimspiel gegen den SK Lauffen am letzten Wochenende heute morgen das dritte Derby HSchV – SK Lauffen anstand — dieses Mal in der 4er-Liga. Letzte Woche hatten wir noch in beiden Begegnungen (wenn auch mit einer großen Portion Glück) die Oberhand behalten; heute lief es jedoch nicht so gut. Nachdem die Gäste relativ schnell mit 2:0 in Führung gingen, musste Daniel Schäfer nun eine ziemlich ausgeglichene Stellung auf Gewinn spielen. Das geistesgegenwärtige Remisangebot seines Gegners lehnte er ab, fand jedoch keinen Gewinnweg, sondern musste nach langem Kampf leider selbst die Segel streichen. So war der souverän herausgespielte Sieg von Max Breitenbach leider nur Ergebniskosmetik.

Kurz darauf gab es auch schon die erste Entscheidung im Landesliga-Spiel unserer Zweiten gegen die TSG Öhringen: Nachdem wir in den ersten beiden Runden lediglich neun Remisen erspielt hatten, sollte heute endlich mal ein voller Brettpunkt (und idealerweise natürlich auch 1-2 Mannschaftspunkte) her. Das Minimalziel erreichten wir durch einen schnellen Sieg von Kim-Luca, der in einer wilden Stellung den Überblick behielt und ein paar Figuren seines Gegner erobern konnte. Nachdem Ole und Patrick in gedrückter Stellung Remisangebote bekamen und auch meine Partie durch Stellungswiederholung im Remishafen endete, breitete sich langsam ein zaghafter Optimismus aus, der sich durch Christians schöne Schlusskombination nochmal deutlich verstärkte:

Nach welchem feinen Schlusszug kollabiert die schwarze Verteidigung?

Nach welchem feinen Schlusszug kollabiert die schwarze Verteidigung?

Den Sack zu machte dann Thomas, der am Spitzenbrett gegen die andere Hälfte der berüchtigten Öhringer Doppelspitze nicht nur standhielt, sondern im Leichtfigurenendspiel sogar einen Bauern eroberte, den er dann sicher verwertete. Damit war unser Mannschaftssieg in trockenen Tüchern, spannend blieb as aber allemal: Marcel geriet im frühen Mittelspiel unter Druck und verlor zwei Bauern, sodass der Rest der Partie eigentlich nur noch „Sache der Technik“ war bzw. hätte sein sollen. Allerdings überzog sein Gegner in der aufkommenden Zeitnot und Marcel bekam auf einmal gefährliches Gegenspiel, das in einem Figurengewinn mündete. Nun musste Marcel nur noch die Zeitkontrolle schaffen; jedoch schlug im 40. Zug der Druck der Uhr erbarmungslos zu und er ließ seine Dame auf dem Weg zum Zielfeld g5 leider schon über g3 los, wo sie ungedeckt der gegnerischen Dame zum Opfer fiel.

Der Randspringer von Thomas erobert einen Bauern und damit die Partie und den Mannschaftskampf.

Der Randspringer von Thomas erobert einen Bauern und damit die Partie und den Mannschaftskampf.

Die längste Partie des Tages spielte Simon, der sich in einer Maroczy-Stellung gegen den üblichen weißen Raumvorteil wehren musste, der schließlich in einem komplizierten Endspiel mündete, in dem dem weißen Läufer nebst entferntem Freibauern ein relativ agiler Springer und aktiver König gegenüberstanden. Den Freibauern konnte Simon erobern, was zu einem Bauernendspiel mit 3 gegen 2 Bauern am Königsflügel führte, in welchem der aktive weiße König den schwarzen Monarchen um gefühlte Lichtjahre vom Schauplatz des Geschehens absperrte:

10.000 DWZ-Punkte analysieren Bauernendspiele (Partie Schmidt-Degenhard). Während der Partie hieß es noch "total gewonnen für Weiß" - nach der Partie war es dann remis.

10.000 DWZ-Punkte analysieren Bauernendspiele (Partie Schmidt-Degenhard). Während der Partie hieß es noch „total gewonnen für Weiß“ – nach der Partie war es dann remis.

Am Ende stand also ein verdienter 5:3-Sieg zu Buche, mit dem wir die rote Laterne abgeben und uns vorerst außerhalb der Abstiegszone platzieren konnten. Ein wichtiger, aber natürlich nur der erste Schritt auf dem Weg zum Klassenerhalt!


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